Welch Überraschung: In Harburg fehlt ein Verkehrskonzept

Gutachten des Beraterbüros TCI Röhling Transport Consulting vorgestellt - ein Jahr hatte es in der Schublade geschlummert

Von Marion Göhring.
Unglaublich, aber wahr: Für die Verkehrsplanung im Hamburger Süden gibt es seit Jahrzehnten kein einheitliches Konzept. Bei allen Projekten wie der A26, der Ortsumgehung Finkenwerder oder der Hafenquerspange handelt es sich um Einzelmaßnahmen. Das wurde im Harburger Stadtplanungsausschuss deutlich, als ein Gutachten des Beraterbüros TCI Röhling Transport Consulting International vorgestellt wurde.
Das Gutachten ist seit Jahren in Arbeit, sollte schon „spätestens“ im Herbst 2010 vorgestellt werden. Dann kam aber der Regierungswechsel in Hamburg dazwischen, der schwarz-grüne Senat wurde durch den SPD-Senat abgelöst. „Wir haben das Gutachten dann erst einmal ein Jahr liegen gelassen“, sagte Christoph Heintzmann von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation.
Jetzt ist das Gutachten endlich im Bezirk Harburg vorgestellt worden, ein Konzept für die Verkehrsplanung ist es aber auch nicht. Die Erkenntnisse des Gutachtens sind eher belanglos. Dass die Verkehrsbelastung im Süderelberaum bis zum Jahr 2025 um durchschnittlich mehr als 20 Prozent zunehmen wird, war auch ohne Analysen und Prognosen zu befürchten.
Und für die Erkenntnis, dass der Verkehr auf der B73 zurückgehen wird, wenn die A26 eines Tages fertig ist, brauchte man auch keine Verkehrsexperten. Immerhin warnen die Gutachter vor einer Abschwächung dieses Effekts, wenn die A26 an der A7 in Höhe Moorburg enden sollte und in absehbarer Zeit nicht als Hafenquerspange bis zur A1 weitergebaut wird.
Egal wie: Die Entlastung der B73 wird auf keinen Fall so stark sein, dass ein Rückbau der Bundesstraße auf zwei Spuren empfehlenswert ist. Die Mitglieder des Stadtplaungsausschusses waren sich einig: „Das Gutachten ist viel Lärm um nichts.“
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