Weihnachts-Radrennen nicht an der Kuhtrift

War Lokalmatador Jannick Geisler der letzten Sieger auf der traditionellen Radcross-Strecke an der Kuhtrift? Foto: pr

Keine Einigung zwischen Eigentümer des Waldes und Harburger Radsport Gemeinschaft - Streit um Haftungsfragen - Querfeldeinrennen zum Eißendorfer Waldweg verlegt

Harburgs Radsport-Klassiker steht vor dem Aus. Das weit über Norddeutschland hinaus bekannte Weihnachtscross-
rennen wird nicht in der Haake stattfinden. Die Harburger Radsport Gemeinschaft (HRG) konnte sich nicht mit dem neuen Eigentümer des Waldes, der Immoforst OGH, einigen. Jetzt muss die Veranstaltung auf eine Fläche im Bereich Eißendorfer Waldweg/Appelbüttler Straße ausweichen.
Seit Jahrzehnten tritt am zweiten Weihnachtstag die Elite der Radcrossfahrer an der Kuhtrift in die Pedalen. Am Start waren Ex-Weltmeister wie Mike Kluge, Klaus-Peter Thaler oder Philipp Walsleben. Doch jetzt gibt’s Probleme. „Lange, kräftezehrende Verhandlungen zwischen der Harburger RG und dem neuen Eigentümer führten leider nicht zu dem erwarteten Ergebnis“, beschreibt HRG-Sportwart Frank Plambeck.
Heinrich Schabert (Immoforst OHG) wird konkreter: „Ich bin wegen des Radrennens im Juni auf die HRG zugegangen und habe gefragt, was los ist. Wochenlang kam nichts. Dann habe ich einen Zehn-Punkte-Katalog mit Fragen geschickt. Wochenlang keine Antwort. Erst nachdem ich jemanden aus Harburg direkt bei der HRG habe anfragen lassen, kam eine Reaktion.“
In den Gesprächen zwischen HRG und Immoforst herrschte über den Streckenverlauf schnell Einigkeit. Ärger verursachten zwei andere Punkte. Schabert: „Weil wir das Gelände kostenlos zur Verfügung stellen wollten, haben wir Herrn Plambeck gebeten, uns als Sponsor aufzuführen, doch das wollte er nicht.“
Gescheitert sind die Gespräche letztlich an der Frage „Wer zahlt, wenn etwas passiert?“ Dieses Risiko muss, so Schabert, die HRG übernehmen, denn: „Unsere Firma ist eine OHG, wir haften bis ins letzte Unterhemd hinein.“ Dazu Frank Plambeck: „Der Vorstand unseres Vereines sollte einen Vertrag unterschreiben, in dem er als persönlich haftender Ausrichter für jegliche Schäden, Personen und auch Sachen, aufkommen sollte. Das ist nicht zu leisten.“
Die HRG hätte für nicht einmal 300 Euro eine Veranstalterhaftpflicht-Versicherung abschließen können – und wäre aller Sorgen ledig gewesen. Der Harburger Radclub tat es aber nicht.
Heinrich Schabert sieht sich zu unrecht in der Rolle des Bösewichts: „Ich komme mir vor, als wenn ich unter einen Watschenbaum gefallen wäre.“


Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat im Dezember 2012 rund 47 Hektar der Gemarkung „Vahrendorfer Forst“ an die Firma Immoforst OHG verkauft. „Nach dem Bebauungsplan Heimfeld 6 dürfte in dem Gebiet keine neue Bebauung genehmigt werden“, sagt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak.
„Das ist auch gar nicht angedacht“, kommentiert Immoforst-Chef Heinrich Schabert. „Unser Ziel ist nachhaltige Forstwirtschaft.“ Aus Angst um den Euro wollte Schabert eigentlich in Bayern Wald kaufen, wurde dann aber in Hamburg fündig. Der Waldbesitzer aus Dinkelsbühl legt Wert auf die Feststellung, dass die von Skatern und Radcrossern genutzten Rampen auf dem Gelände auf Weisung des Bezirksamtes weggemacht wurden.
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1 Kommentar
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Frannck Lehmanns aus Altona | 17.11.2013 | 13:56  
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