Wehner, Klose und jetzt Hakverdi?

Der Wilhelmsburger Bürgerschaftsabgeordnete Metin Hakverdi hat bereits seine Kandidatur angekündigt. Foto: pit

Wer darf 2013 bei der Bundestagswahl antreten? Harburgs SPD sucht einen Nachfolger für Hans-Ulrich Klose

Seit Gründung der Bundesrepublik haben bei Bundestagswahlen immer nur Sozialdemokraten den Wahlkreis Harburg gewonnen: erst SPD-Urgestein Herbert Wehner, danach Hans-Ulrich Klose. 2013 wird Klose (75) nicht mehr antreten. Wer soll für die SPD dann den Wahlkreis Harburg/Bergedorf gewinnen? 2009 wurde Klose zum Weitermachen überredet, weil man sich nicht auf einen Nachfolger einigen konnte. Diese Lösung fällt jetzt weg.
Es mangelt nicht an Bewerbern. Der Wilhelmsburger Bürgerschaftsabgeordnete Metin Hakverdi hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen. Auch der Harburger SPD-Kreisvorsitzende Frank Richter möchte nach Berlin. Dritter Kandidat: Ingo Egloff. Der Wandsbeker war als Nachrücker für Olaf Scholz in den Bundestag gekommen.
Harburgs SPD-Chef Richter erhält weder aus Bergedorf noch aus Mitte Unterstützung. Im Gegenteil. „Die Kreisvorsitzenden Johannes Kahs und Ties Rabe haben bei Ingo Egloff angerufen und ihn aufgefordert, zu kandidieren“, erzählt ein Harburger Abgeordneter.
Auch innerhalb Harburgs ist Richter umstritten. Bei seiner Wiederwahl als Kreisvorsitzender erhielt er gerade einmal 40 von 77 Stimmen. Dennoch bleibt er bei seiner Kandidatur: „Ich trete an und hoffe, dass ich es werde.“
Wer sich zu Frank Richter bekennt, hat es nicht leicht. Niels Kreller verlor nach eigenen Angaben deshalb seinen Job als Mitarbeiter von Frank Wiesner: „Weil ich bei dem Versuch, Frank Richter ‘abzuschießen’ nicht mitgemacht habe.“ Allerdings räumt Kreller auch Probleme in der Zusammenarbeit ein. „Aber die waren eigentlich geklärt.“
Fazit: Es wird spannend. Harburgs SPD-Chef hat nicht einmal seinen Kreis hinter sich. Viele Harburger sympathisieren mit Metin Hakverdi. Die Hamburger Parteiführung sowie die Chefs aus Mitte und Bergedorf unterstützen Egloff.
„Vielleicht kommt ja noch ein Bewerber, der alles überstrahlt“, hofft ein Distriktsvorsitzender, „so jemand wie Margot Käßmann.“


Bei der Suche nach einem Klose-Nachfolger müssen sich die SPD-Kreise Harburg, Bergedorf und Mitte (für Wilhelmsburg) einigen. Im entscheidenden Wahlgremium stellt Harburg 45 Prozent der Delegierten, Bergedorf 40 Prozent und Mitte 15 Prozent. OZ
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.