Was wird aus der alten Polizeiwache?

Die alte Polizeiwache in der Nöldekestraße steht seit drei Jahren leer und kostet Geld. Foto: sl

Denkmalgeschütze Wache in der Nöldekestraße steht leer

Ende 2008 zog das damalige Polizeikommissariat 45 aus der alten Wache in der Nöldekestraße um in das neue Kommissariat in der Lauterbachstraße. Seitdem steht das denkmalgeschütze Gebäude leer, gammelt vor sich hin und kostet Geld für die Erhaltung. Was soll damit passieren? Wohnungen sind nicht sehr attraktiv direkt unter dem Zubringer für die Reichsstraße. Auch die Idee, in dem Gebäude Flüchtlinge und Asylbewerber unterzubringen, ist vom Tisch, seitdem klar wurde, dass während des Dritten Reiches genau hier Roma und Sinti auf ihre Deportation in KZs warten mussten.
Ein anderer Vorschlag kommt von Südkultur, einem lockeren Zusammenschluss verschiedener Harburger Kulturschaffender. Heiko Langanke, Gründer des Jazzclub im Stellwerk und Sprecher von Südkultur, könnte sich gut vorstellen, die rund 50 Räume mit insgesamt 2.500 Quadratmeter an Bands und andere Künstler zu vermieten. Auch der Eisenbahnbauverein, kurz EBV, hat schon mal seine Fühler ausgestreckt. „Wir haben mal über das Thema nachgedacht“, sagt EBV-Vorstand Joachim Bode. „Wir könnten uns gut vorstellen, hier für unsere Mitglieder und andere Harburger Bürger ein Kulturzentrum aufzubauen. Aber so etwas können wir auf keinen Fall allein machen.“
Die einfachste Lösung, die auch alle Beteiligten begrüßen würden: Der EBV fungiert als Träger, holt Südkultur mit ins Boot, das Haus wird gemietet und die Stadt freut sich über monatliche Einnahmen. Doch genau das will der Eigentümer Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV) nicht. Die HGV will die städtische Immobilie lieber heute als morgen für zwei Millionen Euro verkaufen. Eine Summe, die Heiko Langanke auf die Palme bringt. „Ich habe das mal durchgerechnet. Wir könnten mit der Vermietung der Räume rund 20.000 Euro im Monat erwirtschaften. Hingegen zwei Millionen Euro auf den Tisch zu legen, geht gar nicht.“
Auch Bezirksamtsleiter Thomas Völsch ist nicht glücklich über den aktuellen Stand der Dinge: „Der Bezirk hat kein Geld, das Haus zu kaufen, aber wir würden eine kulturelle Nutzung sehr befürworten und haben großes Interesse an einer bezirklichen Lösung. Momentan laufen Gespräche mit der HGV, ob eine Vermietung nicht doch möglich wäre.“
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