Wann kracht die Brücke zusammen?

Wann bricht die Brücke? Physik-Lehrer Marco Möller (l.), Enno, Thore, Abdullah und Professor Wolfgang Mackens beim Daniel-Düsentrieb-Preis. Foto: tsilis

TUHH: Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums
beteiligten sich am Daniel-Düsentrieb-Preis

Von Andreas Tsilis.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn man Daniel Düsentrieb heißt. Der zerstreute Forscher aus dem Donald-Duck-Universum hat das tragbare Loch und den Brotschmierapparat erfunden. In Hamburg hat man sich seiner angenommen und vor 15 Jahren den „Daniel-Düsentrieb-Preis“ ins Leben gerufen.
Seitdem wird an Hamburgs Schulen geforscht. In früheren Jahren drehte sich beispielsweise alles um Energie, Robotik, Flugzeuge oder den berühmten „Blackout“ - diesmal spielten Brücken eine tragende Rolle. Die Unter- und Mittelstufenschüler (Klassen 5 bis 10) bauten aus Zahnstochern, einer 550g-Tube Holzleim und schier endlosen Bindfäden Brücken, die einer möglichst hohen Belastung standhalten sollten.
Im Prüflabor der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) wurden die Bauwerke dann bis zur „Schmerzgrenze“ getestet. Das Friedrich Ebert Gymmasium (FEG) war mit zwei Teams angetreten. Die Brücke der Oberstufen AG unter Leitung des Physik-Lehrers Marco Möller widerstand einer Druck-
Belastung, die sagenhaften 70 Kilogramm entsprach. Enno, Thore und Abdullah hatten da weniger Glück.

Zart wie Schokolade


Ihre Konstruktion geriet bei drei Kilogramm in arge Bedrängnis. „Schuld war der Biege-Drill-Effekt“, sagten die TU-Prüfingenieure. In Sachen Gewicht waren die Unterstufen-Schüler dafür ganz oben auf. Ihre Brücke wog zarte 200 Gramm, so viel wie zwei Tafeln Schokolade.
Abdullah nahm es locker: „Das Bauen hat Spaß gemacht.“ Seit fünf Jahren macht er bei den Wettbewerben mit, wie viele andere Teilnehmer will auch er Ingenieur werden. Daniel Düsentrieb sei Dank.
Hocherfreut ist Phyiklehrer Möller. Der Wettbewerb ermögliche es den Schülern, „Naturwissenschaften mit Leben zu füllen“. „Philosophisch“ hält es Matheprofessor und TU-Ansprechpartner Wolfgang Mackens: „Der Daniel-Düsentrieb-Preis soll vernetztes Denken fördern.“ Beim Brückenbau darüber diskutieren, was die Welt im Innersten zusammenhält?
Auch Comic-Held Daniel-Düsentrieb hätte seine Freude daran.
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