Vorsorge kann Leben retten

Klaus Peschke ist einer der wenigen Harburger Männer, die sich getraut haben, zur Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
Klaus Peschke ist ein mutiger Mann. Er ist einer der wenigen, die sich getraut haben, bei ihrem Arzt eine Darmkrebsvorsorgeuntersuchung machen zu lassen. „Das war absolut nicht schlimm“, sagt der 55-jährige Beamte aus Harburg. „Und ich bin sehr glücklich, dass der Arzt festgestellt hat: Ich bin kerngesund.“

1.000 mutige Männer sucht die Deutsche Krebsgesellschaft in Harburg, die sich für eine Darmspiegelung entscheiden. Hintergrund der Aktion, die seit Anfang Oktober läuft, ist die traurige Tatsache, dass der Bezirk Harburg die höchste Rate an Darmkrebs-Neuerkrankungen pro Jahr in ganz Hamburg hat. Mit knapp 73.000 Fällen im Jahr ist Darmkrebs deutschlandweit die zweihöchste Krebserkrankung. Dabei ist Darmkrebs eine der wenigen Krebsarten, die bei rechtzeitigem Erkennen eine sehr große Heilungschance hat. Aber die Untersuchung, eine Darmspiegelung, ist immer noch ein großes Tabuthema. Und offenbar fällt es Männern noch schwerer zur Untersuchung zu gehen, als Frauen, denn bisher haben sich erst knapp hundert von den gewünschten tausend Männern untersuchen lassen.

Klaus Peschke lässt von seinem Arzt regelmäßig durchchecken. Eine Darmuntersuchung alle fünf Jahre gehört für ihn selbstverständlich mit dazu, seitdem ein guter Freund die Diagnose Krebs bekam. „Damals war mein Freund erst 52 Jahre alt“, erinnert sich Klaus Peschke. „Er musste sich ein Stück vom Darm entfernen lassen und hatte eigentlich mit dem Leben schon abgeschlossen. Er hat damals all seinen Freunden gesagt: ‚Mensch, geht bloß zu der Untersuchung.‘ Mein Freund hat Glück gehabt. Er ist inzwischen wieder gesund.“

Die Untersuchung selber hat Klaus Peschke nicht wirklich mitbekommen. „Die Vorbereitungen, sind ein bisschen unangenehm“, sagt er. „Damit der Darm restlos entleert wird, bekommt man ein Pulver, das man in Wasser auflösen und trinken muss. Das schmeckt zwar nicht toll, aber man kann es gut aushalten. Und man kann mit Apfelsaft oder Wasser nach spülen. Ich habe damit nachmittags angefangen. Die Untersuchung selber war am nächsten Tag. Dort bekommt man eine Beruhigungsspritze, mit der man so vor sich hindämmert. Auch das Drumherum war in Ordnung. Es gab keinen Moment, in dem ich mich hätte schämen müssen, oder in dem ich gedacht habe, ich gebe mir eine Blöße.“
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