Vorsicht Kontopfändung!

Vorsicht vor Kontopfändung: Ab 1. Januar gilt ein neues Gesetz. Foto: sl

Neue gesetzliche Regelung kann Menschen mit sehr wenig Geld in Bedrängnis bringen

Wer so viele Schulden hat, dass eine Pfändung droht, sollte schnell seine Bank aufsuchen. Denn seit 1. Januar gelten bei Kontopfändungen neue Regeln. Wer jedem Ärger ausweichen möchte, sollte sein Konto in ein so genanntes P-Konto umwandeln. „Wir haben unsere Kunden in Gesprächen darüber informiert“, erläutert Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring die Vorgehensweise im Harburger Sozialdezernat.
Ab sofort gilt: Jedes Konto kann gepfändet werden. Das betrifft dann auch eigentlich gesetzlich geschützte Sozialleistungen wie Rente, Kindergeld oder Arbeitslosengeld II. Verhindern kann ein Kontoinhaber eine solche Pfändung nur durch die Umwandlung seines Kontos in ein P-Konto. Dafür genügt ein Antrag bei der Bank. Die Umwandlung ist bei den meisten Banken kostenlos.
Der Bundesverband der öffentlichen Banken in Deutschland erklärt: „Das P-Konto gewährt automatisch Pfändungsschutz in Höhe eines monatlichen Sockelfreibetrags von derzeit 1.028,89 Euro, wenn ein entsprechendes Guthaben auf dem Konto vorhanden ist. Eine Erhöhung des Grundfreibetrags ist je nach Lebenssituation, etwa bei einer Unterhaltspflicht für Ehegatten oder Kinder, möglich.“
Große Sorgens scheinen sich die Harburger bei diesem Thema nicht zu machen. Die Sparda-Bank hat Ende September alle gut 300.000 Hamburger Kunden über die Umstellung informiert. „Bisher hat aber nur etwa ein Prozent, also rund 3.000 Kunden das Konto umgewandelt“, sagt Sparda-Sprecher Dieter Miloschik. Diese geringe Zahl überrascht ihn keinesfalls. „Dieses Gesetzt betrifft ja nur die Menschen, die Gefahr laufen, gepfändet zu werden.“
Auch die Haspa mit ihren rund 1,5 Millionen Kunden in Hamburg sieht kein Grund zur Aufregung, im Gegenteil: „Mit der Einführung des P-Kontos kann der Kunde einen Pfändungsschutz erwirken, ohne zuvor zum Gericht gehen zu müssen“, sagt Stefanie von Carlsburg, Pressesprecherin der Haspa. Damit sei dieses neue Gesetzt eigentlich eine Erleichterung für die Kunden.
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2 Kommentare
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Henrik Friske aus Heimfeld | 03.01.2012 | 17:51  
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Henrik Friske aus Heimfeld | 03.01.2012 | 17:51  
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