Vom Mississippi an die Elbe

Für drei Wochen sind Schüler aus den USA zu Gast bei Schülern aus Harburg. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
John ist 17 Jahre alt und noch nie in seinem Leben mit einem öffentlichen Bus oder einer S-Bahn gefahren. John kommt nicht etwa aus den Wäldern Alaskas sondern aus St Louis, einer Stadt mit rund 320.000 Einwohnern am Ufer des Mississippi in den USA. Für drei Wochen ist er zusammen mit 21 anderen Jugendlichen und einem Lehrer zu Gast bei Harburger Schülern des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG). Ziel dieses Austausches ist einerseits das Erlernen der jeweiligen Fremdsprache und gleichzeitig auch die Verfestigung einer deutsch-amerikanischen Freundschaft.

Neben dem Besuch des Unterrichtes steht für die Amerikaner ein buntes Touristenprogramm auf dem Plan: Ein Wochenende in Berlin, eine Rallye durch Hamburg, der Besuch eines Musicals und die Besichtigung des Rathauses sind nur einige der Termine. Gespannt sind die Gäste auf die Public Viewing-Termine für die Fußball-Europameisterschaft. „So etwas gibt es bei uns auch nicht“, erklärt Eric. „Wir gucken viel eher Football oder Basketball.“

Die rund 40 Schüler aus beiden Ländern verstehen sich gut, und auch die Verständigung klappt. „Wenn es mal schwierig wird, dann nehmen wir Hände und Füße zur Hilfe“, sagt Felicitas grinsend. Trotzdem staunen sie über die vielen Unterschiede, die den Alltag in den USA und in Deutschland ausmachen. „Das Frühstück ist hier ganz anders“, berichtet Lauren. Meine Gastmutter macht hier jeden Morgen Frühstück für die ganze Familie und dann sitzen wir alle zusammen am Tisch. Das finde ich sehr schön. Bei mir zu Hause haben wir keine Zeit für so etwas. Meine Eltern arbeiten, und ich muss in die Schule. Da muss morgens immer alles ganz schnell gehen. In den USA wird eher abends mit der ganzen Familie gegessen.“

Währenddessen versucht John immer noch das Bild seiner Heimatstadt bei den deutschen Gastgebern gerade zu rücken „Wir haben schon öffentliche Verkehrsmittel“, sagt er, „aber wir fahren alle viel lieber Auto, und zu Hause darf ich auch schon seit einem Jahr fahren.“

In den Herbstferien werden die deutschen Schüler für drei Wochen nach St. Louis reisen. Sie sind gespannt darauf, ob der Schulalltag tatsächlich so abläuft , wie sie es aus US-Filmen kennen.
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