Vogelschießen: Gilde hofft auf Laufkundschaft

Dr. Enno Stöver möchte aus dem Vogelschießen wieder ein echtes Heimat- und Volksfest machen. Foto: archiv

Warum wird die traditionsreiche Veranstaltung verlegt?
Ein Interview mit Dr. Enno Stöver, dem 1. Patron der Gilde

Frischer Wind bei der Harburger Schützengilde. Die traditionsreiche Vereinigung wird ihr alljährliches Vogelschießen vom Festplatz Schwarzenberg auf den Harburger Rathausplatz verlegen. Warum? Das Wochenblatt sprach mit Dr. Enno Stöver, dem 1. Patron der Gilde.

Die Verlegung des Vogelschießens auf den Rathausplatz bietet die Chance, diese traditionsreiche Veranstaltung ganz neu aufzustellen. Was muss sich ändern?
In den letzten Jahren haben wir eine sehr gute Resonanz beim Spargelessen, aber wenig Resonanz aus der Bevölkerung für den Festplatz inklusive dem Sommer-Sechskampf gehabt. Im Umkehrschluss kamen auch immer weniger Schausteller. Es geht darum, wieder ein Heimat- und Volksfest – wie es Satzungsauftrag der Gilde ist – mit und für die Harburger Bevölkerung zu gestalten.

Welche Vorteile bietet der Rathausplatz gegenüber dem Festplatz Schwarzenberg?
Die zentrale Lage bietet Chance, wieder „Laufkundschaft“ zu erreichen. Die Harburger müssen nicht erst auf den Berg. Zudem bietet es die Möglichkeit, weitere Harburger Akteure einzubinden, wie wir es beispielsweise mit dem Citymanagement schon begonnen haben.

Bleibt das Vogelschießen eine reine Gilde-Veranstaltung? In der Vorbereitungsgruppe wirken ja der Wirtschaftsverein, die TUHH, das Bezirksamt, Citymanagement und sogar der Wirtschaftsverein mit.
Das Harburger Vogelschießen soll keine reine Gilde-Veranstaltung sein, sondern wird für die Harburger Bevölkerung ausgerichtet. Gründungszweck war ja das alljährliche Vogelschießen als sportliche Schieß-Übung der Wehrhaftigkeit Harburgs. Daraus hat sich das Heimat- und Volksfest entwickelt. Insofern ist es für mich auch kein Widerspruch, dass wir als Gilde weitere Akteure einbinden, wie etwa seit zwei Jahren den Hochschulsport Hamburg, den Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden und die TU Hamburg-Harburg unter dem Motto „TUHH meets Gilde“.
Ich denke, dass auch diese Situation eine gute Möglichkeit ist, zu zeigen, was wir Harburger auf die Beine stellen können. Deshalb gilt auch die Einladung an alle Harburger Institutionen, gerne eigene Ideen noch einzubringen und sich zu beteiligen.

Gibt es bereits ein Konzept für das Vogelschießen? Wie lange soll das Fest dauern? Wird es auf dem Rathausplatz ein Festzelt sowie Karussel und Buden geben?
Das Rahmenkonzept steht. In der Innenstadt sind wir vom 18. bis zum 20. oder 21.Juni präsent. Das Festzelt wird auf dem Rathausplatz stehen, der Sommer-Sechskampf soll ebenfalls auf dem Rathausplatz stattfinden. Schausteller gruppieren wir drumherum und mit Übergang in die Stadt, etwa in die Lüneburger Straße; deshalb ja auch die Zusammenarbeit mit dem Citymanagement. In den nächsten Wochen werden alle Akteure gemeinsam zur Pressekonferenz einladen, um die weitere Detaillierung vorzustellen.

Gehören Spargelessen, Marsch durch Harburg oder die Rundreise zu den Denkmälern zwingend zum Vogelschießen?
Ausmarsch und Spargelessen sind traditionelle Elemente, die sicherlich beim Vogelschießen nicht wegzudenken sind. Das Spargelessen heißt ja eigentlich auch Schützenfrühstück und ist das Festessen zu Ehren unserer Gildemajestät.
Die Rundreise zu den Denkmälern ist eine sehr schöne Tradition – wir werden in diesem Jahr aber sicherlich nicht vom Rathausplatz zu den Denkmälern marschieren. Vielleicht finden sich andere Gedenkmöglichkeiten im Bereich des Rathauses. Der Ausmarschtag bleibt nahezu unverändert – nur eben mit dem Spargelessen in der Innenstadt. Und natürlich bleibt uns der Schwarzenberg als unsere Heimatadresse auch erhalten, die Schießwettbewerbe finden auf dem Schießstand im Gildehaus statt.

Wird es der Gilde gelingen, aus dem Vogelschießen ein Stadtfest für Harburg zu machen?
Ja. Ich denke, dass diese Veränderung ein sehr guter Startpunkt ist, um das Harburger Vogelschießen wieder zum Harburger Stadtfest, oder - wie unsere Satzung sagt - Heimat- und Volksfest zu machen. Ich freue mich darauf und erhalte bisher sehr viele positive Rückmeldungen.
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