Viel Rauch um nichts?

„Das Verfahren konnte jetzt nicht mit einem Freispruch enden, das Gutachten war zwingend nötig“, kommentierte Ralf-Dieter Fischer. Foto: archiv

Ralf-Dieter Fischer vor dem Harburger Amtsgericht -
Vorwurf: Untreue - Gutachten soll Klarheit bringen

So einen Medienrummel erlebt das ehrwürdige Harburger Amtsgericht nicht alle Tage. TV-, Radio- und Zeitungsjournalisten waren angerückt, um einen ganz besonderen Prozess zu verfolgen. Dem Harburger Rechtsanwalt und CDU-Kreisvorsitzenden Ralf-Dieter Fischer wurde Untreue zur Last gelegt. Er soll, so der Vorwurf, einem Mandanten ein überhöhtes Honorar in Rechnung gestellt haben. Ein Urteil gab es an diesem Tag nicht. Die Frage, wie hoch das Honorar sein durfte, soll jetzt erst einmal ein Gutachter klären.
Hintergrund: Bereits Mitte der 90er Jahre war gegen Ralf-Dieter Fischer ein ähnlicher Vorwurf erhoben worden. Der Vorfall führte dazu, dass Fischers Ausflug in die Landespolitik unfreiwillig endete.
Im aktuellen Fall soll der Neugrabener Rechtsanwalt insgesamt 658,13 Euro zu viel kassiert haben. Allerdings räumte Fischers Ex-Mandant vor Gericht ein, mehr Schmerzensgeld erhalten zu haben als ursprünglich angegeben. Dadurch verändert sich auch Fischers Honoraranspruch. Wie hoch die Honorarforderung hätte ausfallen dürfen, soll jetzt in einem Gutachten festgestellt werden.
Ralf-Dieter Fischer erwartet einen Freispruch: „Die Staatsanwaltschaft ist leichtfertig, wenn nicht vorsätzlich, fälschlichen Angaben aufgesessen ohne gründlich zu ermitteln.“


Die Polizei-Pressestelle hatte am Freitag, 1. März, eine Mail verschickt, in der auf den Prozess vor dem Harburger Amtsgericht hingewiesen wurde. „Rechtsanwalt und Bezirkspolitiker F. wendet sich gegen einen Strafbefehl...“ hieß es dort.
Eine Formulierung, die Ralf-Dieter Fischer empört: „Der Zusatz ‘Bezirkspolitiker’ ist böswillig. Das ist kein Versehen“, so Fischer, der deswegen juristische Schritte nicht ausschließt.
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1 Kommentar
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 13.03.2013 | 10:56  
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