Viel mehr los als bei Bundesjugendspielen

Zur Siegerehrung halten die Athleten ihre Klassenstufe hoch. Medaillen gab es für jeden. Foto: tsi

Sportfest der Schule für Körperbehinderte an der Elfenwiese

Von Andreas Tsilis.
Aus dem Lautsprecher erklingt „hit the road Jack“, als die kleine Nicole als zweite durch das Ziel läuft. Von allen Rängen wird begeistert geklatscht. Vor allem ihre Großeltern Brigitte und Jürgen Albers sind von Nicoles Leistung im Staffellauf beeindruckt. „Sie war schon im Vorfeld richtig aufgeregt und hat uns immer wieder gefragt, ob wir auch bestimmt kommen werden“, berichtet Jürgen Albers. Für die Großeltern war das nicht nur eine Ehrensache, sondern gehört mittlerweile zum Pflichtprogramm wie für viele andere auch – beim jährlich stattfindenden Sportfest der körperbehinderten Schule Elfenwiese.
Knapp 100 Besucher, Betreuer, Lehrer und Familienmitglieder feuerten die 150 Schüler und Schülerinnen in Disziplinen wie Walker-Rennen, Rollstuhl Rennen, Klassenstaffeln, Handbike Rennen und E-Rolli-Wettbewerb an. Mit von der Partie waren erstmals zehn Schüler der Grundschule Kerschensteinerstraße. Zwischen beiden Schulen besteht eine enge Kooperation auf ergotherapeutischem Gebiet.
Auf der Sportanlage Scharfsche Schlucht war die enge Zusammenarbeit allerdings schnell vergessen – zumindest bei den Wettkämpfern. Gewinnen wollte jeder, wenn auch manche vor Aufregung den Sieg verschenkten. Wie die kleine Nicole, die eine zusätzliche Ehrenrunde drehte. Ausgemacht hat das aber weder ihr noch ihren Teamkollegen etwas, denn „das Spaß haben, nicht das Siegen steht im Vordergrund“, formuliert Schulleiter Peter Holtz. „Man muss akzeptieren, dass man nicht immer der Erste ist“.
Der Freude an der Bewegung tat das keinen Abbruch – im Gegenteil: Als „Hotel California“ gespielt wird, beschwert sich ein Achtjähriger über die Musik. „Seine Motivation wäre besser, wenn die Musik schneller ist.“ Bei „Waka-Waka“ ist die Stimmung auf dem Platz dann „um Längen besser als bei manchen Bundesjugendspielen", freut sich Mitorganisator Kai Bosse. Zur Siegerehrung gibt’s ein „Nossa, Nossa“ - und für alle eine Medaille.
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