Verschwindet die "Gloria D" bald aus dem Binnenhafen?

Seit Jahren rottet das Bäderschiff „Gloria D“ vor sich hin. Doch der Schein soll täuschen. „Innen wurden umfangreiche und kostenintensive Arbeiten durchgeführt“, heißt es aus der Harburger Verwaltung. Foto: pr

Das schrottreife Bäderschiff liegt seit Juli 2004 im Harburger Binnenhafen - jetzt will
der Eigentümer einen Arbeits- und Zeitplan für die Reparaturen vorlegen

Seit Juli 2004 liegt das Bäderschiff „Gloria D“ im Harburger Binnenhafen. Erst am Kanalplatz, seit Mai 2005 am Dalbenliegeplatz. Alle Versuche, den Eigentümer zur Beseitigung des Schiffes zu bewegen, scheiterten. Längst bemängeln Bau-Investoren, dass der vor sich hin rottende Kahn ein schlechtes Licht auf das neue Wohnquartier wirft. Jetzt gibt es Hoffnung, dass die „Gloria D“ in absehbarer Zeit den Binnenhafen ver-lässt.
Die bis Ende 2010 zuständige Hamburg Port Authority (HPA) hatte drei Anläufe genommen, die Schrottkahn aus dem Binnenhafen zu entfernen: Geholfen hat es nichts. Im Gegenteil, der Eigentümer blieb sogar einen Teil der angefallenen Gebühren schuldig. Seit Mitte 2006 musste die Gloria Reederei für den illegalen „Schiffsparkplatz“ nicht einmal mehr zahlen. „Mangels wasserrechtlicher Genehmigung sind keine Gebühren angefallen“, gab der Hamburger Senat zu.
Seit Januar 2011 muss sich der Bezirk Harburg um die „Gloria D“ kümmern. „Wir werden aktiv auf den Eigentümer zugehen und das Gespräch suchen“, hatte Bezirksamtssprecherin Petra Schulz damals versprochen.
Mittlerweile haben Gespräche stattgefunden. Der Bezirk legalisierte daraufhin sogar das „Falschparken“ und erteilte Mitte 2011 eine wasserrechtliche Genehmigung, befristet bis zum 31. März 2012. Kurz vor Ablauf der Frist besichtigte die Verwaltung zusammen mit dem Eigentümer das Schiff. „Es war zu erkennen, dass umfangreiche, auch kostenintensive Maßnahmen durchgeführt worden sind“, berichtete Bezirksamts-Mitarbeiterin Beatrice Göhring. „Der Eigentümer soll jetzt einen Arbeits- und Zeitplan vorlegen, wie es mit den Arbeiten weitergeht und wann das Schiff den Binnenhafen verlassen kann.“
Bis wann muss der Plan fertig sein? Beatrice Göhring: „In dieser Woche.“ Danach könnte die „Gloria D“ eine weitere befristete (Park-)Genehmigung erhalten. Wann die „Gloria D“ aus eigener Kraft den Binnenhafen verlässen kann, bleibt vorerst unklar.

Noch hat die „Gloria D“ kein Leck, noch ist sie keine Gefahrenquelle. Sollte sich das ändern, kann es richtig teuer werden. So hat zum Beispiel die Beseitigung des Fährschiffes „Cehili“ im Steendiekkanal rund 250.000 Euro gekostet. Zahlen muss natürlich der Eigentümer. Aber wenn der kein Geld hat, muss die zuständige Stelle - also der Bezirk - einspringen. OZ
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