Unterschriften sammeln gegen den Wohnungsbau

In diesem Luftbild sind die geplanten vier Wohnblocks bereits eingezeichnet. Skizze: EBV

Bauprojekt des Eisenbahnbauvereins Harburg (EBV) an der Zimmermannstraße bleibt umstritten - Anwohner haben Bürgerbegehren gestartet

Aufregung in Wilstorf. Anwohner möchten die geplante Bebauung im Bereich Zimmermannstraße und Friedrich-List-Straße verhindern. Das Bürgerbegehren läuft bereits. „Es wurde uns am 12. Januar angezeigt“, bestätigt Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring. Die Initiative ist erfolgreich, wenn bis zum 11. Juli rund 3.350 Unterschriften gesammelt werden.
Hamburg braucht Wohnungen. 6.000 pro Jahr sollen es nach dem Willen des SPD-Senats sein. Der Eisenbahnbauverein Harburg (EBV) möchte seinen Teil dazu beitragen. Auf einem Gelände, das dem EBV ohnehin seit Jahren gehört, sollen vier Wohnblocks entstehen.
Das Problem: Auf der ins Auge gefassten Fläche befindet sich eine in den 1920er Jahren entstandene, inzwischen denkmalgeschützte Siedlung. Hier möchte der EBV zu Lasten der vorhandenen Gärten „nachverdichten“. Anwohnern wurde das Bauprojekt vorgestellt, im Engelbekhof fand eine Informationsveranstaltung statt.
Nach heftiger Kritik speckte der EBV seine Pläne deutlich ab. Die beiden an der Kehre Tilemannhöhe geplanten Gebäude wurden gestrichen, die im Bereich Zimmermannstraße vorgesehenen Blocks um ein Geschoss reduziert. „Dieser Plan ist mit dem Denkmalschutz abgestimmt“, weiß Bezirksamtssprecherin Göhring.
Doch viele Anwohner können sich auch mit der kleineren Bebauung nicht anfreunden. Sie fordern, dass die Siedlung Zimmermannstraße mit ihren historischen Nutz- und Kulturgärten und Wirtschaftsgebäuden komplett erhalten bleibt - und der EBV dieses Projekt einstellt.
Doch das wird nicht geschehen. EBV-Vorstand Joachim Bode: „Dass wir gänzlich auf diese Bebauungsmöglichkeit verzichten, kann und darf von einem Vorstand einer Wohnungsbaugenossenschaft, deren vorrangiges Hauptziel in der Versorgung aller ihrer Mitglieder mit gutem, sicherem und sozial verantwortbarem Wohnraum besteht, nicht erwartet werden.“
In diesen Tagen will der EBV noch einmal mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens ins Gespräch kommen.

Was genau ist geplant?
Der EBV will zwischen Zimmermannstraße und Friedrich-List-Straße vier zusätzliche Wohnhäuser bauen (energiesparende Passivhäuser, barrierefrei, mit Fahrstuhl). Kosten: rund acht Millionen Euro. Größe: jeweils zwei Geschosse sowie ein Staffelgeschoss. Dafür sollen rund 25 Mieter zum Teil auf ihre Gärten verzichten. Ein entsprechender Antrag liegt dem Bezirksamt vor, ist aber noch nicht genehmigt. Der geltende Bebauungsplan lässt eine solche Bebauung nicht zu, eine Befreiung ist erforderlich. Laut Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring ist das Projekt „unter Auflagen genehmigungsfähig.“ oz
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