Unfall Große Straße: Anwohner haben es vorhergesehen

Spektakulärer Unfall: Der Land Rover hatte einen Mercedes gerammt und war dann umgekippt. Foto: Ketels

Bezirksamt hatte sich vehement für den Ausbau der Straße eingesetzt

Von Bernhard Bruno.
Ein Auto-Unfall bestätigt die schlimmsten Befürchtungen von Anwohnern der Großen Straße. Brigitte und Werner Ketels wohnen seit 14 Jahren im oberen Teil der Großen Straße. Schön ist es hier, die Straße eng und winklig, alles wirkt so, als könne man hier in Ruhe und Frieden leben.
Bis vor einem Jahr. Da kündigte das Bezirksamt plötzlichan, die Straße „endgültig herzurichten“, in anderen Worten: auszubauen. Auf einmal gab es auf der einen Seite der Straße einen Kantstein, außerdem rückte die Fahrbahn zwei Meter dichter an die Garage der Ketels heran. Brigitte Ketels hielt das für gefährlich: „Unsere Einfahrt liegt direkt hinter einer unübersichtlichen Kurve. Wir müssen jetzt jedes Mal höllisch aufpassen, wenn wir unser Grundstück verlassen wollen.“ Das Bezirksamt reagierte nicht auf die Kritik. Auch Anfragen vom Wochenblatt blieben unbeantwortet.
Nun haben sich die schlimmsten Befürchtungen der Ketels bestätigt. Am Montag, 2. April, 17.55 Uhr, verliert der Fahrer eines Land Rovers die Kontrolle über seinen schweren Geländewagen. Er rammt den Kantstein, knallt gegen einen geparkten Mercedes und kippt um. Der Fahrer, ein 72-Jähriger aus dem Landkreis Harburg, hat Glück. Unverletzt kann er aus dem Wagen krabbeln. Die Polizei ordnet eine Blutprobe an. Später äußert sie den Verdacht, der Mann sei nach der Einnahme von Medikamenten fahruntüchtig gewesen.
Brigitte Ketels: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass dieser Ausbau eine Fehlplanung ist. Aber man wollte ja nicht auf uns hören.“ Andere Anwohner fühlen sich ebenfalls durch den Unfall bestätigt und beklagen sich: „Man hatte uns fest zugesagt, dass die Behörde vor dem Umbau Gespräche mit den Anwohnern führt. Das ist aber nicht geschehen.“
Einige Anwohner hatten sich vor Monaten schon mit ihren Sorgen in der Bürgerfragestunde der Bezirksversammlung zu Wort gemeldet. Baudezernent Jörg Penner hatte damals erwidert: „Stellen Sie sich nicht so an.“
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