Umsonstladen am Wallgraben macht zu

Enttäuscht packen Anne Bornholdt, Ute Gabriel, Christiane Boekenhauer, André Jobst und Marco Helwing (v.l.) die vielen Waren aus dem Umsonstladen im Wallgraben in Umzugskartons. Der Mietvertrag wurde zum Jahresende gekündigt. Foto: pa

Räume sind zum Jahresende gekündigt - neues Quartier gesucht

Von Jan Paulo.
Am Freitag, 23. Dezember, um 19 Uhr, ist Schluss. Dann schließt der Umsonstladen geben & nehmen im Wallgraben 42 zum letzten Mal seine Tür.
„Anfang Oktober kam der Brief mit der Kündigung der Räume“, erzählt Anne Bornholdt von der Umsonstladeninitiative. „Denn der Laden läuft viel besser, als wir selbst zu beginn erwartet hätten.“ Jeweils rund 70 „Kunden“ besuchen nach Angaben der Betreiber täglich den Umsonstladen am Wallgraben und die bisherige Filiale in der Nobleestraße in Heimfeld.
„Innerhalb von einer Woche räumen die Menschen uns beide Läden leer und füllen sie mit Spenden wieder auf“, so André Jobst, einer der Mitbegründer der Initiative und des Trägervereins Contrazt.
Doch scheinbar ist es gerade der unerwartete Zulauf, der dem zentralen Standort den Garaus machte. „Immer wieder haben sich Mieter darüber beschwert, dass Leute außerhalb der Umsonstladen-Öffnungszeiten bei ihnen geklingelt haben“, erklärt Pastorin Sabine Kaiser-Reis von der St. Trinitatis-Gemeinde, der das Gebäude gehört. „Es handelt sich hier ja um ein Wohnmietshaus, und die Ladenräume sind eigentlich als Büro gedacht. Das passt mit einem Laden mit so viel Betrieb letztlich nicht zusammen.“
Also sucht die Initiative nun nach einem neuen Standort, am besten einen kleinen Laden im Harburger Zentrum. „Viel mehr als 400 Euro monatlich sollten die Räume allerdings nicht kosten“, so Jobst. Wer eine Idee für entsprechende Räumlichkeiten hat, kann sich unter Tel. 55 61 02 08 melden.
Am Freitag, 23. Dezember, verabschiedet sich der Umsonstladen geben & nehmen ab 16 Uhr mit einem Stapel Weihnachtsgeschenke. „Wir haben Tiptop-Neuware, als Überraschung verpackt oder unverpackt“, verspricht Anne Bornholdt.
Der Heimfelder Umsonstladen in der Nobleestraße 13A, bleibt übrigens bestehen und erweitert sogar seine Öffnungszeiten. Dienstags bis sonnabends kann dort nun jeder für ein paar Stunden einkaufen, ohne zu bezahlen. Die genauen Zeiten erfährt man unter www.umsonstladen-harburg.de.
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