Türke tritt schwangere Schwester in den Bauch

Ibrahim Y. muss sich vor dem Amtsgericht unter anderem wegen schwerer Körperverletzung verantworten

Er wollte das ungeborene Baby töten, weil es die Ehre der Familie beschmutzt. Deshalb habe er im Oktober des vergangenen Jahres seine in der 32. Woche schwangere Schwester Serap Y. mehrfach gegen Bauch und Rücken getreten. Mit dieser Tat jedoch, so lässt der 38jährige türkische Staatsangehörige Ibrahim Y. seinen Verteidiger verlesen, habe nun letztlich er Schande über die Familie gebracht. Er könne sich heute nicht erklären, warum er vor einem Jahr so „durchgedreht“ sei. Jetzt muss sich Ibrahim Y. wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Schwangerschaftsabbruchs vor dem Harburger Amtsgericht verantworten.
Serap Y. ist eine zierliche Frau. Der 35Jährigen hatte man die Schwangerschaft kaum angesehen. Und sie hielt sie lange geheim, denn sie ist nicht verheiratet und der Vater des ungeborenen Kindes ist Kurde und zudem gerade in Haft. Sie habe es dann der Schwägerin und der Schwester erzählt. Und als es dann auch der Bruder erfährt, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Am Nachmittag des 14. Oktober 2010 kam Ibrahim Y. zur Wohnung seiner Schwester nach Harburg. Erst habe er nur reden wollen, dann aber sei er ausgerastet: Er hat seine Schwester aufgefordert, aus dem Fenster zu springen oder sich die Treppe hinunter zu stürzen, damit das Baby stirbt. Für sie werde er dann einen Krankenwagen rufen, habe er versichert, nur das Baby solle sterben. Als die 35jährige Harburgerin sich weigert, zwingt er sie, Tabletten, ein Eisenpräparat, zu schlucken und tritt mehrfach gegen den Bauch und, als sie sich zu schützen versucht, auch gegen den Rücken. Schließlich wird die Schwangere ohnmächtig und der Bruder verschwindet aus der Wohnung.
Serap Y. hatte das Gefühl, so gibt sie später bei der Vernehmung an, dass „mein Bruder das Baby umbringen will und dabei in Kauf nimmt, dass auch mir was passiert.“ Im Krankenhaus werden bei ihr Blutergüsse und Prellungen festgestellt, dem Baby jedoch geht es wie durch ein Wunder gut. Es wird nur wenige Wochen später gesund geboren.
Die Türkin möchte endlich wieder in Ruhe leben, sagt ihre Anwältin. Aber dass ihr Bruder ins Gefängnis kommt, will Serap Y. nicht:. „Er hat doch selbst drei Kinder.“
Der Prozess wird fortgesetzt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.