Tot sind nur die, die man vergisst

Klasse 8c der Katholischen Schule lud zur Stolperstein-Gedenkfeier

"Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz, Treblinka oder in anderen Lagern, es begann in unser Nachbarschaft, in unserem Haus, vor unserer Tür.“ Mit diesen Worten empfängt der Kölner Künstler Gunter Demnig die Besucher auf seiner Stolperstein-Seite im Internet. Kurz vor Beginn der Sommerferien luden die Initiative Gedenken in Harburg und die Katholische Schule Harburg zu einer bewegenden Gedenkveranstaltung anlässlich der Einweihung der Stolpersteine für Chaim, Paja, Marion und Manfred Krauthammer sowie für sechs weitere Harburger Opfer des Nationalsozialismus in den Rieckhof ein.
Im Mittelpunkt standen die jüdischen Kinder Marion und Manfred Krauthammer sowie deren Eltern, die von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Ihr trauriges Schicksal haben 25 Schüler der Klasse 8c der Katholischen Schule Harburg nachgezeichnet und dieses beschämende Kapitel deutscher Geschichte im Unterricht behandelt. Tief betroffen entschlossen sich die jungen Menschen, die Patenschaft für vier der kleinen Betonwürfel zu übernehmen, die auf der Oberseite mit einer Messingplatte versehen sind, auf denen die Lebensdaten der Opfer graviert sind.
Gleich zu Beginn der Gedenkfeier erinnerte Gabriele Heise, Klassenlehrerin der 8c, daran, warum es so wichtig ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: „Wir halten die Erinnerung aufrecht, weil wir nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft eine Verantwortung haben“, so Heise. Auch der katholische Diakon Peter Meincke richtete einen Appell an die Anwesenden und bat sie, ihren Verstand zu gebrauchen und nicht zuzulassen, dass Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Überzeugung diskriminiert werden.
Stolz und bewegt nahmen die Schüler am Ende der Gedenkfeier den Dank von Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Familienangehörigen der Opfer entgegen. „Wir müssen mit offenen Augen und Ohren durch das Leben gehen und dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passiert“, so eine Schülerin der Klasse 8c.
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