Tiefschlag für die Stadtentwicklung

Die Bahn möchte eine drittes Gleis. Aber: Wo soll es hin? Foto: mag

Wird die Bahn zwischen Harburger Bahnhof
und Seehafenbrücke ein drittes Gleis einrichten?

Von Andreas Göhring.
Für die Stadtentwicklung im Süden Hamburgs wäre es ein Tiefschlag: Baut die Bahn für ihre Hauptstrecke mitten durch Harburg ein drittes Gleis? Hinter den Kulissen wird über diesen Plan seit Jahren dis-kutiert. CDU-Politiker aus den Landkreisen Harburg und Stade hatten ihre Forderung nach einem dritten Gleis 2009 sogar in einem Brandbrief an das Bundesverkehrsministerium unterstrichen. Jetzt gibt es die erste konkrete Ansage.
„Das hat uns doch ziemlich überrascht“, sagt Harburgs CDU-Kreischef Ralf-Dieter
Fischer. Bei der Vorstellung der Pläne für den Neubau der Straßenbrücke Hannoversche Straße habe ein Vertreter des Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) mitgeteilt, die neue Brücke solle so gebaut werden, dass sie ein drittes Gleis überqueren könne. Fischer: „Angeblich soll das kein Durchgangsgleis werden, sondern lediglich eine Abstell- und Wartemöglichkeit zwischen dem Bahnhof Harburg und dem ehemaligen Bahnhof Unterelbe.“
Wie auch immer: Ein drittes Gleis zwischen dem Harburger Bahnhof und der Seehafenbrücke, wo bis 1984 der Bahnhof Unterelbe angefahren wurde, wäre ein erhebliche Einschnitt und würde die Trennung zwischen der Harburger Innenstadt und dem aufstrebenden Binnenhafen weiter verstärken – und damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was Verwaltung und Bezirkspolitik wollen. Im Harburger Koalitionsvertrag hatten SPD und CDU eine Machbarkeitsstudie vereinbart, um zu prüfen, wie der Hafenhinterlandverkehr auf der Schiene langfristig aus der Harburger Innenstadt herausgenommen werden kann.
Wunschdenken? Verlierer so einer Entwicklung wären vor allem die Anwohner des Straßenzugs Karnapp/Seevestraße. Jetzt haben sie wegen des Neubaus der Klappbrücke über den Östlichen Bahnhofkanals den Dauerstau vor der Haustür. Wenn das Bezirksamt seine Pläne wahr macht und den Durchgangsverkehr von Kanalplatz und Veri-taskai vertreibt, wird das alles zum Dauerzustand. Und ein drittes Gleis würde die Lage noch verschärfen.
SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath: „Noch ist nichts entschieden.“ Die CDU will jetzt von der Bahn erfahren, was sie wirklich plant.
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