Telefonleitung defekt? Das kann dauern...

Erst nach zehn Tagen konnte Paul Sch. sein Telefon wieder nutzen. Foto: Rainer Sturm/pixelio

Bei Harburger Rentner brauchte die Telekom statt der zugesagten 24 Stunden volle zehn Tage für die „intensive“ Fehlersuche

Von Andreas Tsilis.
Paul S. (Name der Redaktion bekannt) ist schwer gehbehindert. Der Rentner lebt allein in seiner Wohnung in einem Eißendorfer Zweifamilienhaus. Das Telefon dient ihm als wichtiger Kontakt zur Außenwelt. Am vorletzten Montag wurde diese Verbindung gekappt - dank der Telekom.
Nach einem nächtlichen Stromausfall ging bei Paul S. das Telefon nicht mehr. Der alleinstehende Mann rief seine Nachbarin Yvonne Sch., die ihm riet, sich eine neues, billiges Telefon zu kaufen. „Das Telefon hat bestimmt einen Knacks weg“, vermutete die Nachbarin.
„Ich bin dann sofort los und habe ein schnurloses Gerät besorgt“, sagt Paul S. Doch das neue Telefon funktioniert nicht. Von Freunden und Bekannten ausgeliehene Geräte ebenfalls nicht.
Seine hilfsbereite Nachbarin schilderte den Notfall der Service-Hotline, die die Leitung prüfte („alles frei“). Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung fragte, ob der Störungsdienst zurückrufen dürfe. „Das hat mich schon gewundert.“ Um ihrem Nachbarn zu helfen, gab Yvonne Sch. der Hotline ihre Rufnummer.
Eine Stunde später kam der Anruf. „Ein Kabeldefekt würde vorliegen, man prüfe die undichte Stelle, das werde 24 Stunden dauern“, erinnert sich Yvonne Sch. Zehn Tage lang tut sich nichts. Auf Nachfrage kamstets die Antwort, binnen 24 Stunden sei die Prüfung der Leitung abgeschlossen.
Dann riss der Nachbarin der Geduldsfaden. „Wenn nicht endlich was passiert, informiere ich die Zeitung“, schrie sie entnervt in den Hörer. Plötzlich kam die Sache in Bewegung, ein Techniker sorgte bei Paul S. für Abhilfe: Eine einfach auszutauschende Telefonbuchse war defekt.
Warum das zehn Tage dauerte? Weder Telekom-Unternehmenssprecher Dr. Lorenz Steinke noch Verbraucher-Zentrale-Juristin Julia Rehberg finden eine Antwort. Die Telekom hat sich bei Paul S. inzwischen entschuldigt und angeboten, ihm bei der nächsten Abrechnung „entgegenzukommen“.
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