Tanzen für die Teamfähigkeit

Neuntklässler der Stadtteilschule Lessing am Kapellenweg haben den Tanz als Alternative zum Schulsport entdeckt. Foto: sl
SABINE LANGNER, HARBURG
Gespannt beobachten Natalja, Aljona und Carry die geschmeidigen Bewegungen von Choreografin Pepita Carstens. Anschließend sind die drei 15-jährigen Mädchen dran, die Bewegungen zu wiederholen. Seit Herbst 2011 proben Natalja, Aljona und Carry und alle anderen Schüler der neunten Klasse der Lessingstadtteilschule am Kapellenweg einen selbst entwickelten Tanz. Ihre Schule hat sich bei der Hamburger Bürgerstiftung auf das Tanzprojektes „Step by Step“ für Hamburger Schulen beworben. Damit ist sie eine von fünf Schulen in ganz Hamburg. 12.000 Euro bekommt die Schule von der Stiftung für ein Jahr. Damit werden zwei Choreografen bezahlt. Einmal pro Woche trainieren sie jeweils mit der neunten Klasse vom Kapellenweg und einer zehnten Klasse vom Standort Hahnhoopsfeld. Dazu kommen Ausflüge zu Tanztheater-Vorstellungen.

„Grenzen“ lautete das diesjährige Motto des Projektes. Was die Schüler mit diesem Begriff machen, müssen sie sich selber überlegen. Grenzen zwischen Menschen aber auch Grenzen überschreiten und beispielsweise zu viel Alkohol trinken sind einige der Ideen. „Ziel des Projektes ist es, Schülern durch zeitgenössischen Tanz einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen“, heißt es in der Beschreibung des Projektes. „Tanz fördert bei Kindern und Jugendlichen die körperliche Selbstwahrnehmung und Bewegungsfähigkeit. Durch die Erfahrung etwas gemeinsam auf die Bühne zu bringen, wird die Teamfähigkeit gestärkt.“

Doch was theoretisch gut klingt, muss praktisch nicht funktionieren. Die Zehntklässler stehen der Sache mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Für uns ist das Tanzen ein Wahlpflichtkurs, aber wir haben uns was ganz anderes darunter vorstellt“, sagen Lisa und Chris. „Wir dachten eher an moderne Sachen wie Hiphop.“ Erschwerend hinzu kommt, dass das große Finale, eine große Show im Ernst-Deutsch-Theater, auch noch an einem Termin liegt, an dem die Zehntklässler schon ihre Abschlusszeugnisse in den Händen halten. Das führte dazu, dass sich die Gruppe im Laufe des Jahres halbiert hat.

Diejenigen, die bei der Stange blieben, haben aber durchaus von dem „Projekt profitiert“, sagt Lehrerin Inken Petersen. „Es ist schon toll zu sehen, welche Ideen die Schüler entwickeln, wenn sie sich erst mal an die ungewohnte Art des Ausdrucks gewöhnt haben.“
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