Streit um Harburgs Innenstadt

Nach Einschätzung der Grundeigentümer droht der Lüneburger Straße ein weiterer Niedergang. Foto: sl

Grundeigentümer fühlen sich von Verwaltung
und Politik im Stich gelassen

Die Entwicklung der Lüneburger Straße treibt den Grundeigentümern, der Verwaltung und der Politik weiter Sorgenfalten auf die Stirn. Doch statt die Probleme gemeinsam anzugehen, wird eher gegeneinander gearbeitet. Aktuelles Beispiel: das BID Lüneburger Straße.
Bei einem „Business Improvement District“ (BID) wird jeder Grundeigentümer eines bestimmten Gebietes drei Jahre lang zur Kasse gebeten. Das so eingenommene Geld wird in Maßnahmen zur Verbesserung des Umfeldes - hier: der Lüneburger Straße - gesteckt.
Einmal wurde das BID Lüneburger Straße bereits verlängert.
Jetzt haben sich die Grundeigentümer gegen eine erneute Verlängerung ausgesprochen. „Wir fühlen uns von Politik und Verwaltung seit Jahren allein gelassen“, klagen die BID-Mitglieder, die seit 2009 mehr als 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt haben.
Die Kritikpunkte des BID:
- die Erweiterung des Phoenix-Centers gegen allen Einwände der Eigentümer. „Hierdurch wird dem Niedergang der Lüneburger Straße neuer Schwung gegeben“, heißt es in einer Stellungnahme.
- fehlende bauliche Veränderungen in der Fußgängerzone wie beispielsweise Erneuerung der Pflasterung, Verbesserung des Grüns oder hellere Beleuchtung.
Fazit der Eigentümer: Das alles sind öffentliche und nicht private Aufgaben. „Wir werden den Bezirk nicht aus seiner Verantwortung für Harburgs Mitte entlassen.“
Bezirksamtsleiter Thomas Völsch hält diese Kritik angesichts der Vorleistungen und mannigfaltigen Unterstützungen, die Politik und Verwaltung erbracht haben, für „nicht nachvollziehbar“.
Harburgs CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer attackiert den BID: „Das Gemaule gegenüber der Politik kann ich nicht mehr hören. Die Probleme der Lüneburger Straße lassen sich nicht durch andersfarbige Bänke beheben.
Wir haben zum Beispiel keine Angebote für großflächige Vermietung. Da müssten sich mehrere Eigentümer mal zusammentun. Und auch über eine eventuelle Überdachung der Lüneburger Straße wird nicht gesprochen.“
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