Strafanzeige gegen die Post

Bei Michael Wadle im Garbersweg kam sechs Tage lang gar keine Post, dafür lagen dann am Montag 71 Briefe im Briefkasten. Foto: wadle

Selbstständiger aus Marmstorf will
unregelmäßige Postzustellung nicht länger hinnehmen

Der Ärger über die Post scheint gewaltig zu sein. So viele Leserbriefe wie beim Thema „Mangelnde Postzustellung“ gab es seit Jahren nicht mehr. In weiten Teilen von Harburg funktioniert die Briefzustellung offenbar nur ab und zu. Dagegen konnte Post-Sprecherin Maike Wintjen keinerlei Versäumnisse erkennen.
Michael Wadle hat jetzt Strafanzeige gegen die Post gestellt. „Ich habe ein Betreuungsbüro und bekomme normalerweise jeden Tag sieben, acht Briefe. Darunter auch viele von Gerichten, bei denen Fristen eingehalten werden müssen“, erklärt der Marmstorfer. „Aber bei uns im Garbersweg kommt die Post einfach nur sehr unregelmäßig. Heute, am Montag, hatte ich 71 Briefe im Briefkasten. Davor habe ich zuletzt am Dienstag Post erhalten. So geht das nicht.“
Anrufe bei der Post verliefen zwar im Ton sehr freundlich, brachten allerdings keine Änderung. „Es passiert nichts“, so Michael Wadle, „mal sehen, was der Staatsanwalt mit der Anzeige macht.“



Leserbriefe "Postzustellung Marmstorf"

„Das lange Warten
auf die Post“
Harburger Wochenblatt
Nr. 42 vom 14. Oktober

„Post-Sprecherin
redet alles schön“
Wohnhaft in Marmstorf kann ich die aufgezeigten Mängel nur bestätigen. Seit Anfang September wird die Post hier nur gelegentlich zugestellt. So sind die wöchentlich erscheinenden (von den Kunden bezahlten) Werbeblätter „Einkauf aktuell“ in der 37. und 38. Woche überhaupt nicht und für die vergangene Woche erst am Dienstag dieser Woche zugestellt worden.
Erstmals habe ich am 11.09. telefonisch auf die offensichtlichen Mängel in der Zustellung hingewiesen und datiert mit dem 14. 09. eine schriftliche (Standard-) Antwort vom Kundenservice in Bonn erhalten. Zwei weitere telefonische Beschwerden (21.09. sowie am Montag dieser Woche) folgten, eine Antwort ging nicht ein.
Auch wenn ich als Privatperson nicht jeden Tag Post bekomme, sind die Laufzeiten dreier an mich adressierter Briefe ein deutlicher Beweis für die mangelhafte Zustellung: Bei drei, fünf sowie gar acht Werktagen Laufzeit ist die Post hier weit entfernt von dem selbst gesteckten Ziel „E+1“.
Nach der Stellungnahme von Frau Wintjen (Sprecherin der Post AG) muss ich vermuten, dass diese seit Wochen andauernden Probleme in Hamburg nicht bekannt sind. Deshalb vielen Dank dem Wochenblatt für die Thematisierung

Dietrich von Bargen
per E-Mail

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„Zustände wie
in Sklavenzeiten“
Ich freue mich sehr darüber, endlich einen Artikel über die Post im Wochenblatt zu lesen. Auch mir liegt dieses Thema schon ein paar Wochen auf dem Magen. Seit den Ferien ist uns aufgefallen, dass in Marmstorf die Post spät am Nachmittag oder am nächsten bis übernächsten Tag zugestellt wird.
Auch wir haben unsere Jahreskarten vom HVV, die ab Oktober gültig sind, erst am 6. Oktober erhalten. Über dieses lange Wochenende, hätte ich beim Otto-Versand 20 Prozent erhalten, schade, auch dies entging mir, da die Post erst am 6. Oktober zugestellt wurde.
Die Werbepakete der Discounter kommen oft erst am Mittwoch statt am Freitag in der Vorwoche. Ich habe von unserem Briefzusteller erfahren, dass die Touren mit der Paketzustellung zusammengelegt wurden. Dadurch erfolgt die Zustellung bei uns per Pkw, was für die Zusteller sehr umständlich ist, da es wenig Platz zum Halten gibt und dadurch die Zustellwege zu Fuß viel länger werden. Außerdem werden die maximalen Arbeitszeiten von zehn Stunden 45 Minuten voll ausgenutzt, bevor die Touren abgebrochen werden.
Ich finde, dass dies Zustände wie in Sklavenzeiten sind und dann macht die Post noch auf sich aufmerksam, dass das Porto erhöht werden soll. Das ist nur akzeptabel, wenn die Angestellten wieder nach europäischen Arbeitszeitmodellen bezahlt und gehalten werden. Traurig, dass die Betriebsräte so etwas ab-
nicken. Deren Gehälter könnte man da lieber einsparen.

Familie Kilian
per E-Mail

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„HVV-Karte kam
fünf Tage verspätet“
Wir wohnen ebenfalls in Marmstorf. Bis Anfang September wurde die Post von einer sehr zuverlässigen Zustellerin ausgetragen. Sie kam jeden Tag - bis auf Montag - pünktlich um 10 Uhr mit ihrem Fahrrad. Wir konnten uns absolut darauf verlassen.
Im August teilte sie uns mit, dass die Zustellung in unserem Gebiet mit einem anderen zusammengelegt wird. Ab September werde die Post mit einem Auto ausgefahren. Die Zustellerin sagte uns, dass sie dann in einem anderen Bezirk eingesetzt wird. Schon da befürchtete ich nichts Gutes.
Tatsächlich ist es jetzt seit einigen Wochen so, dass die Post über mehrere Tage nicht kommt und dann plötzlich ein ganzer Haufen auf einmal. Beispiel: am 1. Ok-
tober erhielten wir Post (die wurde innerhalb Hamburgs verschickt), die am 23.9. abgestemmpelt war! Außerdem kam auch bei uns die Jahresmarke des HVV für unsere Tochter mit fünftägiger Verspätung bei uns an. Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Situation verbessert hat und hoffe sehr, dass das bald passiert.

Peter Behrendt
per E-Mail
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1 Kommentar
6
Wilfried Rost aus Neugraben | 15.10.2016 | 17:51  
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