Steht Harburgs Drogenambulanz vor dem Aus?

In der Drogen-ambulanz erhalten Süchtige meist Methadon. Foto: panthermedia.net /Daniel Käsler

Seit Mitte Februar ist die Einrichtung wegen personeller
Engpässe geschlossen - Senat gibt keine Bestandsgarantie

Seit dem 23. Februar werden in den Räumen der Drogenambulanz Harburg in der Amalienstraße keine Patienten mehr versorgt. „Wegen eines personellen Engpasses ist die Ambulanz geschlossen“, bestätigt Dr. Franz Jürgen Schell, Sprecher der Asklepios Kliniken. Sogar eine endgültige Schließung droht. „Die zuständige Behörde geht derzeit davon aus, dass die Schließung vorübergehend ist“, orakelt der Senat jetzt in seiner Antwort auf eine Anfrage der Harburger Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver (CDU).
Hintergrund: In der Ambulanz erhalten drogenabhängige Patienten einen Ersatzstoff, meist Methadon. So sollen sie einen Ausstieg aus ihrer Suchterkrankung finden. Neben der Substitution werden die Patienten auch wegen anderer Erkrankungen mitbehandelt oder an weitere Fachärzte vermittelt.
2014 wurden in Harburg 298 Drogenabhängige behandelt, 2013 waren es 283. Den Höchststand gab es 2008 mit 368 Patienten.
Wo erhalten die Patienten jetzt Hilfe? „Allen wurde als Alternative die Ambulanz Altona angeboten“, so Dr. Franz Jürgen Schell, „darüber hinaus konnten sich die Patienten auch für unsere weiteren Ambulanzen in Wandsbek oder im Klinikum Nord zur Fortsetzung der Behandlung entscheiden.“
„Für die Patienten aus dem Süderelberaum hat sich die Versorgung damit deutlich verschlechtert“, urteilt Kurt Duwe, Harburger FDP-Bürgerschaftsabgeordneter. „Aus Fachkreisen wird berichtet, dass die Schließung der Harburger Drogenambulanz zu einem erhöhten Rück-fallrisiko der Betroffenen führt und diese sich wieder verstärkt auf illegale Weise mit Drogen versorgen.“
Wie geht es mit der Drogen-ambulanz Harburg weiter? Asklepios-Sprecher Schell: „Der Mietvertrag für die Immobilie läuft zum Jahresende aus. Wir prüfen momentan verschiedene Varianten, wo und wie wir die Versorgung der Harburger Patienten fortsetzen.“ Der Senat will über dieses Thema demnächst mit Asklepios sprechen.
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