St. Paulus-Kirche bald wieder wie neu

Jens Schaper (Schaper Bauwerkserhaltung) zeigt, an welchen Stellen der Zahn der Zeit am Gebäude genagt hat. Fotos: oz
 
„Wir haben eine historische Kirche mit Wahrzeichencharakter für unseren Stadtteil“, weiß „Hausherr“ Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg.

Sanierung kostet 450.000 Euro -
Finanzieller Kraftakt für die Kirchengemeinde

Die Sanierung der Heimfelder St. Pauluskirche nähert sich dem Ende. „Wir wollen vor dem Frost fertig sein“, erklärt Architekt Bernd Reidath. Insgesamt werden für den Erhalt des Heimfelder Wahrzeichens rund 450.000 Euro ausgegeben.
Mit Hilfe von Kernbohrungen war festgestellt worden, dass das Mauerwerk der am 3.11. 1907 fertiggestellten Kirche erhebliche Schäden aufwies. „Das ist wie bei einem kariösen Zahn. Man entdeckt vieles erst, wenn man reinguckt“, vergleicht Hagen Dorow (Bauabteilung Kirchenkreis Hamburg-Ost). Durch Risse und Fugen war viele Jahre lang Wasser eingedrungen.
Für die Sanierung gab es klare Vorgaben des Denkmalschutzamtes. Bernd Reidath: „Wir mussten ursprüngliche Materialien verwenden.“ Insgesamt wurden mehrere tausend Ziegel einzeln abgebaut und ersetzt. „Das war die erste Sanierung nach 100 Jahren. Jetzt soll das Gebäude erst mal wieder halten“, so Reidath.
An den Sanierungskosten in Höhe von 450.000 Euro beteiligen sich die Nordkirche mit 10.000 Euro und das Denkmalschutzamt mit 25.000 Euro. Durch Spenden von 180 Heimfelder Bürgern kamen noch einmal 25.000 Euro zusammen. Den „Rest“ trägt die 2.800 Mitglieder starke St. Paulus-Gemeinde - ein finanzieller Kraftakt.
„Den Großteil der Kosten haben wir abgedeckt, aber auch alle Rücklagen verbraucht“, stellt Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg klar. So wurde ein Gemeinde-Grundstück am Petersweg verkauft, heute steht dort ein Pflegeheim. Das Gemeindehaus ist vermietet, die Mieteinnahmen fließen in die Sanierung. Für die Gemeindearbeit wird seit Ostern 2012 das Zentrum der St. Petrus-Gemeinde in der Haakestraße mitgenutzt. Die Konfirmanden, die Jugendgruppe, der Seniorenkreis und die Kantorei haben dort Raum gefunden.
In der St. Pauluskirche sollen künftig vermehrt auch Aktivitäten der Gemeinde stattfinden. Pastor Schoeneberg: „Wir möchten die Kirche weitgehend offen halten und für Angebote im Stadtteil öffnen.“
Seit über 100 Jahren gilt: Heimfeld ist da, wo die große Backsteinkirche steht. Das soll auch so bleiben.



In Heimfeld gibt es zwei Evangelische Kirchengemeinden: St. Paulus (2.800 Mitglieder) sowie seit 1978 St. Petrus (3.000 Mitglieder). Ist diese Struktur in Zeiten leerer Kassen und schwindender Mitglieder noch vertretbar?
Dazu Pastor Frank-Ulrich Schoeneberg (St. Paulus): „Fusionen von Kirchengemeinden müssen nicht zwingend eine Lösung von wirtschaftlichen Problemen darstellen. Eine Fusion bedeutet nicht in jedem Fall, dass automatisch mehr Geld vorhanden ist. Um verantwortlich mit Kirchensteuern, Erträgen und Gebäuden umzugehen, sind auch andere Wege möglich. Für uns ist das aktuell die Kooperation in unserer Region, die in der Propstei Harburg als Harburg-Mitte beschrieben wird.
Die Kirchengemeinderäte der Ev.-Luth. Kirchengemeinden St.
Petrus, Luther, St. Trinitatis und St. Paulus haben daher eine vertraglich verbindliche Zusammenarbeit in der Region gewählt, um vornehmlich die Bereiche Jugend, Stadtteildiakonie, Seniorenarbeit und Kirchenmusik gemeinschaftlich zu verantworten und in einem gemeinsamen Haushalt zu finanzieren (in den Kernbereichen insgesamt 3,25 Stellen). Das bedeutet zum Beispiel: Der Arbeitsplatz in der Konfirmanden- und Jugendarbeit wird von vier Gemeinden getragen. In Heimfeld ist der Küster der St. Petrus-
Kirchengemeinde an zwei Wochentagen auch in der St. Paulus-Kirchengemeinde tätig.
Selbstständig und allein könnte die St. Paulus-Kirchengemeinde die Stellen für Diakone und Kirchenmusiker nicht mehr finanzieren. Der Sanierung der St. Pauluskirche haben unsere Partnergemeinden und ebenfalls der Kirchenkreis zugestimmt...“
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