SPD startet Schlammschlacht

Der Rieckhof hat kein Geld. Geschäftsführer Jörn Hansen: „Wir erhalten im Jahr 2012 weniger Zuwendungen als der Klose-Senat im Mai 1981 als Bedarf berechnet hat.“ Foto: ch

Dem Rieckhof wird zweckwidrige Verwendung von Geld unterstellt - Vorstand des Kulturzentrums weist Vorwürfe entschieden zurück

Der Feldzug der Harburger SPD gegen den Rieckhof geht weiter. Dem chronisch finanzschwachen Harburger Kulturzentrum wurden jetzt Zuschüsse in Höhe von 35.280 Euro gestrichen. Das Geld war für offene Kinder- und Jugendarbeit gedacht. „In den letzten Jahren ist dieser Betrag zum größten Teil nicht in die offene Kinder- und Jugendarbeit geflossen, sondern wurde für andere Zwecke verbraucht“, behauptet SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath. Ein schwerer Vorwurf, der vom Rieckhof entschieden zurückgewiesen wird.
„Dieser Vorwurf diskreditiert den Verein und unterstellt dem Bezirksamt pflichtwidrige Prüfungsergebnisse“, kommentiert Christoph Meyer-Bohl, Vorstandsmitglied des Vereins Kulturzentrum Rieckhof. „Derartige Vorwürfe sind nicht nur falsch und rechtswidrig, sie müssten auch die Fachaufsicht des Bezirksamtes auf den Plan rufen.“
Die seit 1984 vom Bezirk erhaltenen Mittel wurden, so Meyer-Bohl, stets zweckentsprechend eingesetzt. Dies hat die Harburger Verwaltung übrigens in all den Jahren regelmäßig geprüft - und immer bestätigt.
Hintergrund des Streits: Der Rieckhof steckt in heftigen finanziellen Nöten. Die Zuschüsse sind seit 1987 (!) nicht gestiegen, die Kosten schon. Zudem hat der Bezirk als Vermieter dem Rieckhof Verpflichtungen zu Modernisierungen aufs Auge gedrückt, für die normalerweise der Vermieter zuständig ist. Seit Jahren soll der Mietvertrag laut Beschluss der Bezirksversammlung geändert werden - passiert ist nichts. Stattdessen spielt der Bezirk auf Zeit, will die Bewirtschaftung des Kulturzentrums an die Saga/GWG übergeben.
Die leeren Kassen des Rieckhofs hat Rieckhof-Geschäftsführer Jörn Hansen immer wieder kritisiert. Eine Einschätzung, die von CDU, Grünen und Linken geteilt wird. „Es muss eine dauerhaft gesicherte Finanzierung geben“, urteilt etwa Harburgs CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer. Kommentar eines SPD-Bezirksabgeordneten: „Wer mit der CDU paktiert, bekommt von uns kein Geld.“ Ein Ansatz, der offenbar von der Mehrheit der SPD-Fraktion getragen wird.
Noch ist unklar, wie der Rieckhof die Kürzungen verkraftet. Eine Insolvenz ist nicht ausgeschlossen.
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8 Kommentare
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Manfred Hagel aus Harburg | 06.11.2012 | 19:47  
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Sabine Boeddinghaus aus Harburg | 07.11.2012 | 08:48  
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Mirko Haas aus Harburg | 08.11.2012 | 12:11  
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Mirko Haas aus Harburg | 08.11.2012 | 12:13  
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Sabine Boeddinghaus aus Harburg | 08.11.2012 | 12:52  
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Mirko Haas aus Harburg | 08.11.2012 | 13:02  
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Sabine Boeddinghaus aus Harburg | 08.11.2012 | 13:14  
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Manfred Hagel aus Harburg | 08.11.2012 | 22:45  
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