So war die Nazi-Zeit

Als 15-Jährige musste Dagmar Lieblova im KZ-Außenlager am Falkenbergsweg Zwangsarbeit leisten. Danach kam sie ins KZ Bergen-Belsen. Foto: pr

Zeitzeugin Dagmar Lieblova berichtet am Mittwoch, 7. November, im Harburger Rathaus - ihre ganze Familie wurde im KZ umgebracht

Millionen Menschen wurden während der Nazi-Zeit in Konzentrationslagern umgebracht. Von der Familie Fantl überlebte nur Dagmar Lieblova (geb. Fantl) die Deportation ins Vernichtungslager Auschwitz/ Birkenau. Ihre Eltern und ihre Schwester starben. Auf Einladung der Initiative „Gedenken in Harburg“ wird Dagmar Lieblova am Mittwoch, 7. November, ab 19 Uhr im Harburger Rathaus über ihre Kindheit und Jugend in der NS-Zeit sprechen. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind nicht nötig.
Dagmar Lieblová wurde am 19. Mai 1929 als älteste Tochter eines jüdischen Ehepaares in Kutna Horá (Nordböhmen) geboren. Ihr Vater war Arzt, ihre Mutter führte den Haushalt.
1942 wurde die Familie in das Ghetto Theresienstadt und von dort ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach einer Selektion durch den berüchtigten KZ-Arzt Dr. Mengele wurden ihre Eltern und ihre jüngere Schwester in die Gaskammern getrieben.
Im Sommer 1944 gelangte sie mit einem Transport von 1.000 ungarischen und tschechischen Jüdinnen von Auschwitz nach Hamburg, wo sie in der Rüstungsproduktion und im Wohnungsbau Zwangsarbeit leisten musste. Das erste Lager befand sich am Dessauer Ufer im Hamburger Hafen. Ihre zweite Station war das KZ-Außenlager am Falkenbergsweg in Neugraben. Von dort aus wurde sie nach Tiefstack verlegt. Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs verbrachte sie im Konzentrationslager Bergen-Belsen, wo sie am 15. April 1945 von britischen Truppen befreit wurde. Im Sommer 1945 kehrte sie nach drei Jahren Haft als Waise in ihre Heimat zurück.
Ihr anschließender Genesungsaufenthalt in einem Lungensanatorium dauerte fast drei Jahre. Sie holte ihr Abitur nach, studierte Tschechisch und Germanistik und war danach zunächst als Deutschlehrerin und später als Professorin für Germanistik tätig. Seit 1955 ist sie mit dem Mathematiker Peter Liebl verheiratet. Die drei Kinder Rita, Zuzana und Martin arbeiten heute als Psychologin, als Ärztin und als Mathematiker.
Dagmar Lieblová ist Gründungsmitglied und seit 1999 Vorsitzende der Theresienstädter Initiative, der Vereinigung ehemaliger tschechischer Häftlinge des Gettos Theresienstadt.
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