Sie haben Angst um ihr Leben

Yasmin Popko und Bayram Akbaba (mit Malteser-Hündin „Emma“) aus der Wohnunterkunft Wetternstraße fürchten um ihr Leben. Foto: mag (Foto: Foto: mag)

Unterkunft Wetternstraße: Yasmin Popko und Bayram Akbaba
werden massiv bedroht

Von Marion Göhring.
Yasmin Popko und Bayram Akbaba fürchten jetzt um ihr Leben. Nach einem Polizeieinsatz in der Wohnunterkunft Wetterstraße wird das Paar offen bedroht. An der Tür zu seinem Zimmer in Haus 8 hing ein handgeschriebener Zettel: „Ich werde euch sofort töten und klein schneiden, wenn ihr noch mal herkommen.“ Zudem hatte der Unbekannte die Habseligkeiten der schwangeren 26-Jährigen und ihres 51 Jahre alten Gefährten durchwühlt.
Wie berichtet, hatte sich das Paar, das seit einigen Monat in der Unterkunft von Fördern & Wohnen lebt, zunächst wegen des nächtlichen Lärms im Nachbarzimmer beschwert. Wenig später versuchte ein Mann, der offenbar nicht in der Unterkunft für Zuwanderer und Obdachlose wohnt, die Tür des Paares einzutreten. In ihrer Not rief Yasmin Popko schließlich die Polizei. Die soll auch gekommen sein und zwei junge Männer vorläufig festgenommen haben, weil bei ihnen Drogen gefunden wurden.
Merkwürdig: Unterkunftsleiter Holger Wüpper weiß nichts von einem Polizeieinsatz, und auch von Seiten der Polizei hieß es: „Es gab in der fraglichen Nacht keinen Einsatz.“ Als Yasmin Popko wegen der Drohung an der Zimmertür Anzeige gegen Unbekannt erstatten, soll der Beamte geantwortet haben: „Das können Sie gerne machen, aber wir verfolgen das nicht weiter.“
In der Nachbarschaft der Unterkunft hat dieser Vorfall die Stimmung weiter getrübt. „Offenbar gibt es keinen Schutz für die Bewohner der Unterkunft“, sagt Iwona Mazurkiewicz, Sprecherin der Anwohnerinitiative Wetternstraße. Sie ist ohnehin beunruhigt, weil ständig neue Informationen über die Zukunft der Unterkunft bekannt werden. Gleichzeitig können ihr weder Politik noch Verwaltung sagen, um wie viele Plätze die Unterkunft erweitert werden soll. SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Heimath: „Sicher ist, dass die maroden Bauten abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden sollen.“
Geplant seien acht neue Gebäude mit jeweils acht Wohnungen. Dort könnten Familien – und nicht wie bisher alleinstehende Männer – untergebracht werden. Heimath will nicht ausschließen, dass vorübergehend noch Wohncontainer mit mehr als hundert Plätzen aufgestellt werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.