Schwimmendes Hochhaus fünf Jahre im Hafen?

Das Wohnschiff ist noch 40 Meter länger und vier Meter höher als die Arche des Niederländers Aad Peters. Foto: mag

Wohnschiff „Transit“ ist angekommen - Grüne:
Investitionen im Binnenhafen sind zum Erliegen gekommen

Von Berhard Bruno.
Wenn es die angekündigte Sturmflut gelassen hat, hat das 110 Meter lange und 16 Meter hohe Wohnschiff „Transit“ am Wochenende am Kanalplatz festgemacht. Dann könnte es auch noch mit den Pfählen und Dalben klappen, an denen die neue Unterkunft für Flüchtlinge befes-tigt werden soll. Das könnte knapp werden, denn die Spezialfirma macht ab 22. Dezember Weihnachtspause.
Seit Mittwoch war die „Transit“ auf dem Weg von Rotterdam nach Hamburg. Da das Wohnschiff nicht hochseetüchtig ist, wurde es auf einem Seeponton transportiert. Der wiederum wurde gezogen vom Schlepper „ST Spirit“ – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sechs bis sieben Knoten (bis zu 13 km/h).
Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und die Chefs der Großen Koalition, Jürgen Heimath und Ralf-Dieter Fischer, setzen jetzt alles daran, die Liegezeit der „Transit“ am Kanalplatz möglichst kurz zu halten. Auf keinen Fall soll sie dort fünf Jahre liegen, wie es die Fachbehörden planen.

Größer als die Arche
von Aad Peters


Der Knackpunkt: Andere Schiffe wie die „Seute Deern“ werden aus Harburg vertrieben, weil sie nicht in das Liegeplatzkonzept des Bezirksamts passen. Und dann kommen die Fachbehörden und bestimmen, dass ein flachgelegtes schwimmendes Hochhaus an gleicher Stelle festmacht – ein Monstrum, das die Ausmaße der Arche Noah übertrifft, auf der der Niederländer Aad Peters vor zwei Jahren im Binnenhafen eine kirchliche Erlebniswelt präsentiert hatte. Die Arche war allerdings „nur“ 70 Meter lang und „nur“ zwölf Meter hoch.
Die Bezirksfraktion der Grünen hat die Sorgen einiger Hafenfirmen aufgegriffen und eine Anfrage an das Bezirksamt gerichtet. Sie will unter anderem wissen: „War dem Senat bei seiner Entscheidung für den Liegeplatz der ,Transit’ bewusst, dass damit die Investitionstätigkeit im Binnenhafen zum Erliegen kommen würde?“ Ein harter Vorwurf, über dessen Wahrheitsgehalt bisher nur spekuliert wurde.
Grünen-Fraktionschefin Britta Herrmann sagt aber: „Dass wir damit richtig liegen, haben zahlreiche Gespräche mit Hafenanrainern bestätigt.“ Außerdem habe es auch in der Binnenhafen-Begleitgruppe entsprechende Informationen gegeben.
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