Schwerstkranke können zuhause Abschied nehmen

Gabriele Heuschert (l.) und Silke Fischer vom Palliativ Care Team erhalten unheilbar kranken Menschen ein Stück Lebensqualität und Selbstbestimmung. Foto: ats

DRK Harburg gründet Palliativ Care Team

Von Andreas Tsilis.
Viele schwerst kranke Menschen möchten den letzten Lebensabschnitt Zuhause verbringen. Doch die Zahlen sprechen noch eine andere Sprache. Fast 70 Prozent sterben in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Das soll sich ändern - zumindest in Harburg. Deshalb hat das DRK jetzt ein Palliativ Care Team (PCT) gegründet.
„Unsere Aufgabe ist es vor allem, Schmerzen zu lindern und Patienten und Angehörige in der alltäglichen Versorgung zu unterstützen“, erklärt Silke Fischer. Die Rotkreuz-Mitarbeiterin ist Koordinatorin des Palliativ Care Teams. Das PCT besteht aus sechs speziell geschulten Alten- und Krankenpflegern und drei Fachärzten und ist rund um die Uhr im Einsatz.
Zusätzlich werden über das Hamburger Palliativnetz weitere Spezialisten wie Psychologen, Psychoonkologen oder Musiktherapeuten in die Behandlung eingebunden. Kooperationen mit dem Hospizverein Hamburger Süden, einem Pflegedienst und Krankenhäusern runden den Versorgungsvertrag, den das DRK mit den Krankenkassen abgeschlossen hat, ab. „Es ist ein ganzheitliches Konzept, dass es uns ermöglicht, besondere Therapiemaßnahmen durchzuführen “, betont Dr. Gabriele Heuschert, Schmerztherapeutin und Ärztin im PCT.
Übrigens: Der lang erhoffte Bau eines Hospizes in Harburg mit zwölf Betten steht unmittelbar bevor. Laut DRK-Projektleiter Ingo Pohl soll ein „unterschriftsreifer Vertrag in ein paar Wochen vorliegen“. Ein Hospiz ist eine stationäre Einrichtung zur Betreuung von Schwerstkranken in der letzten Lebensphase. „Palliativ Care und Hospiz ergänzen sich“, fasst Dr. Heuschert zusammen.
Pläne zum Bau eines Hospizes in Harburg gibt es bereits seit über zehn Jahren. Damaliger Initiator: Der Hospizverein Hamburger Süden, der die geschätzten Kosten von drei Millionen Euro aber nicht aufbringen konnte. Vor genau einem Jahr wurde dann publik, das DRK prüfe die Rahmenbedingungen für einen Bau. Als möglicher Standort war der ehemalige Recyclinghof in Heimfeld im Gespräch. „Dort wird das Hospiz nicht gebaut“, meint Pohl.
Wo das Hospiz tatsächlich entstehen soll, will Pohl noch nicht verraten. Auch die Vorsitzende des Hospizvereins Heike Buck, möchte dazu keine Stellungnahme abgeben.
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