Schweizer Hof: noch viele Jahre ein Schandfleck?

Ein Schandfleck mitten in Harburg: der „Schweizer Hof“. Foto: mag

Streit um Baugenehmigung zwischen Bezirksamt und Eigentümer
des ehemaligen Hotels – noch keine Lösung in Sicht

Von Andreas Göhring.
Hotel „Schweizer Hof“ – das klingt nach Käsefondue, Urlaub und Alpenpanorama. In Harburg steht es aber für einen heruntergekommenen, vermüllten Altbau in zentraler Innenstadtlage. Nach den
jüngsten Ereignissen ist sogar zu befürchten, dass der Dauer-Schandfleck in der Moorstraße gegenüber vom Phoenix Center noch jahrelang nervt: Das Bezirksamt hat den Antrag des Eigentümers auf eine Baugenehmigung für nichtig erklärt.
„Wir haben immer wieder Unterlagen für den geplanten Umbau angefordert“, sagt Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamts. „Es gab auf Bitten des Eigentümers sogar mehrere Fristverlängerungen.“ Die Unterlagen gingen aber bis heute nicht ein – so dass alles wieder auf Null gestellt worden sei. Oder nicht ganz, denn der Eigentümer akzeptiert die Entscheidung nicht. Bettina Maak: „Er hat angekündigt, Rechtsmittel einzulegen.“
Was will der Eigentümer, der sich bedeckt hält und keinerlei Auskünfte erteilt, überhaupt? Angeblich will er das Hotel wieder in Betrieb nehmen, dazu ist unter anderem ein Ausbau der maroden Immobilie samt Bau eines weiteren Stockwerks geplant.
Der „Schweizer Hof“ ist zuletzt vor knapp 15 Jahren als Beherbergungsbetrieb genutzt werden. Nachdem das Hotel nicht mehr lief, wurde es an das Bezirksamt vermietet und zur Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen aus Afrika genutzt. Das lief allerdings nicht problemlos. Es gab mehrere Drogenrazzien. Schließlich ist das Hotel dann 2002 geschlossen worden.
Ein Rechtsstreit könnte sich über Jahre hinziehen. Der Eigentümer könnte aber auch eine neue Baugenehmigung beantragen, dann würde das Spiel von vorne beginnen. Der Fall erinnert an das nur wenige hundert Meter entfernte Harburg Center. Dort gibt es auch seit Jahren, ja sogar seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder neue Ankündigungen, neue Anträge und nicht eingehaltene Fristen.
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Petra Weinstein aus Harburg | 04.06.2016 | 23:19  
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