Schöner zu werden ist gar nicht leicht

Wird die kleine Stichstraße am Sand für Pkw gesperrt? Kann hier eine Flaniermeile mit Bänken und Pflanzen entstehen? Vermessungstechniker Tom Haubelt (l.) und Vermessungsingenier Andreas Hentsch sind bei der Prüfung. Foto: ki

Umgestaltung des Wochenmarktes am Sand verzögert sich -
ab März gibt es 32 neue Parkplätze für Marktbesucher

So eine Attraktion haben selbst Szene-Stadtteile nicht zu bieten: einen Wochenmarkt, der außer sonntags täglich geöffnet hat. Allerdings wissen die Harburger ihren Wochenmarkt immer weniger zu schätzen. Händler klagen über sinkende Umsätze; Kunden bemängeln das Angebot. Klar ist: So kann’s nicht weitergehen. In Abstimmung mit den Marktbeschickern hatte das Bezirksamt Vorschläge unterbreitet, wie die Attraktivität des Wochenmarkts gesteigert werden kann. Doch mit deren Umsetzung hapert es.
Was ist geplant? Für Marktbesucher sollen 32 zusätzliche Parkplätze geschaffen werden. Dafür müssen die Marktbeschicker versuchsweise auf ihre Stellplätze verzichten. Für sie wird ein neuer Parkplatz unter der Seehafenbrücke eingerichtet. „Die Bereitstellung von kostenlosen Händlerparkplätzen ist ein Service, den andere Bezirke nicht anbieten können“, sagt Petra Schulz, Sprecherin des Bezirksamtes.
Was machen Händler, die neue Ware aus ihren Wagen holen möchten? Müssen die dann immer zur Seehafenbrücke laufen? Dazu Petra Schulz: „Bereits im Februar 2012 hat das Bezirksamt die Händlergemeinschaft aufgefordert, hierfür Lösungen zu finden.“ In Lüneburg erreichen die Marktbeschicker die Ausweichparkplätze nach einem zehnminütigen Fußmarsch. „Dort machen viele Beschicker den Weg mit dem Fahrrad“, weiß Petra Schulz. Klar ist: Die Parkplatzverlagerung kommt, allerdings erst im März. Ursprünglich hatte es bereits im Dezember losgehen sollen.
Im März soll es auf dem Wochenmarkt auch einen „Mittagstisch“ geben. Bis Ende Januar können die Marktbeschicker überlegen, wie das zu bewerkstelligen ist. Die Verwaltung hofft, dass Besucher des Kirchentages und der Internationalen Bauausstellung den Mittagstisch nutzen. Petra Schulz: „Sollte das Angebot nicht ausreichen, wird das Bezirksamt versuchen, weitere Händler zu gewinnen.“
Ob die kleine Stichstraße am Sand für Autos gesperrt und zu einer „Flaniermeile“ umgebaut wird, ist noch offen. „Die Planungen der Ingenieurbüros sind noch nicht so weit vorangeschritten“, heißt es aus dem Harburger Rathaus. Schon jetzt haben Lieferanten kaum eine Chance, in diesem Bereich zu be- und entladen, ohne dass es Strafzettel gibt.


Der Harburger Wochenmarkt wurde im Jahre 1529 gegründet und befand sich auf einem künstlich angelegten Damm, ungefähr im Bereich der Harburger Schloßstraße. Nach dem Bau eines Rathauses auf dem Damm wurde der Wochenmarkt 1577 vor das Rathaus verlegt. Dort war er war nicht lange konkurrenzfähig und schlief dann ein.
Erst im Jahre 1612 wurde der Wochenmarkt dann vor dem damaligen Rathaus, das sich zu diesem Zeitpunkt am Sand befand, wieder ins Leben gerufen. Als das Rathaus 1892 an den jetzigen Standort verlegt wurde, blieb der Wochenmarkt am Sand.
Der Harburger Wochenmarkt am Sand findet montags bis sonnabends jeweils von 8 bis 13 Uhr statt. Es gibt in Hamburg nur noch einen weiteren Sechs-Tage-Wochenmarkt:  am Einkaufscenter Quarre in Wandsbek.
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Manfred Hagel aus Harburg | 24.01.2013 | 21:57  
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