Schnell mal ein Knöllchen verteilt

Stefan V. ärgert sich über ein Strafmandat, weil er sein Auto verkehrt herum geparkt hat. Foto: sl

Kleingärtner-Abzocke am Radeland?

Stefan V. (38) fühlt sich von der der Harburger Polizei „abgezockt“. Der Heimfelder hat einen Kleingarten am Radeland. Als es mal schnell gehen sollte, parkte er seinen Wagen auf dem seitlichen Parkstreifen der schnurgeraden Straße neben den Gleisen. Allerdings stellte er das Auto nicht – wie es sich gehört – in Fahrtrichtung ab, sondern verkehrt herum.
Diese Unordentlichkeit rief schnurstracks einen Beamten aus dem Neugrabener Polizeirevier 47 auf den Plan, und der heftete dann auch prompt eine 15-Euro teure Verwarnung an die Windschutzscheibe. Begründung: „Sie parkten verbotswidrig auf der linken Fahrbahnseite“, heißt es in dem Bescheid.
Stefan V. weiß als langjähriger Führerscheininhaber natürlich, dass er eigentlich sein Auto so nicht hätte parken dürfen. Über das Ticket ärgert er sich trotzdem. „Wen ich auf diese Weise gefährdet haben könnte, bleibt mir völlig unklar“, schimpft er. „Hier ist weit und breit kein Kindergarten, kein Altenheim, keine Schule in Sicht. Von einem Verkehrsfluss kann in dieser ruhigen Straße eigentlich auch keine Rede sein. Auf 300 Meter sieht man nach vorn und nach hinten, ob sich ein anderes Fahrzeug nähert.
In diesen Zeiten werden auf offener Straße Leute aus ihren Autos gezerrt und erstochen, für 20 Cent wird man getötet, Spielhallen und Tankstellen werden überfallen, manche Mütter lassen ihre Kinder verhungern – aber Hauptsache mein Auto steht in einer ruhigen Straße richtig herum – kann das wirklich sein?“
„Wir haben eine Straßenverkehrsordnung", sagt Gerhard Sitz vom PK 47, "und darin ist klar fest gelegt: Zum Parken ist der rechte Seitenstreifen, dazu gehören auch entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen, zu benutzen, wenn er dazu ausreichend befestigt ist, sonst ist an den rechten Fahrbahnrand heran zu fahren. Das gilt in der Regel auch für den, der nur halten will; jedenfalls muss auch er dazu auf der rechten Fahrbahnseite rechts bleiben."
Weiterhin gibt der Polizeibeamte zu bedenken, dass der Verkehrsteilnehmer ja nicht wissen konnte, ob nicht noch weitere Autos auf dem Parkstreifen abgestellt werden. Als Fahrradfahrer ist das dann schon gefährlich, wenn jemand gegen die Fahrtrichtung aus der Parklücke ausparkt."
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Nancy Haymann aus Harburg | 25.06.2012 | 16:50  
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