Schluss mit sitzen, sabbeln und Kaffee trinken

Der langjährige Personalrat des Harburger Bezirksamtes Hans-Jürgen Meyer geht Ende August in den Ruhestand. Foto: sl

Personalrat Hans-Jürgen Meyer geht in den Ruhestand

von Sabine Langner, Harburg
Als Hans-Jürgen Meyer seinem kleinen Sohn erklären wollte, was er beruflich macht, fiel ihm spontan ein: „Eigentlich sitze ich den ganzen Tag rum, trinke Kaffee und sabbel“, sagt der Personalrat des Harburger Bezirksamtes augenzwinkernd. So ganz kann das nicht stimmen, sonst wäre er wohl nicht seit 1992 regelmäßig wiedergewählt worden.
Sparmaßnahmen, Personalabbau, Tarifverträge, Konflikte mit Vorgesetzten, ungerechtfertigte Kündigungen – die Liste der tatsächlichen Tätigkeiten von Hans-Jürgen Meyer war lang. „Das Spannende an dem Beruf ist, dass man nie weiß, was am nächsten Tag passiert“, sagt er. „Manchmal ist es ruhig und eine Minute später bricht der Himmel über einem zusammen.“
Dabei war sein Weg alles andere als schnurgerade. Gleich nach der Schule absolvierte der Harburger eine Ausbildung in der Verwaltung. Er wurde verbeamtet und fing prompt an, sich zu langweilen. Also kamen Abendschule und Abitur. Ein Brieffreund aus Indien inspirierte ihn zum Indisch-Studium. Doch nach drei Monaten in Indien inklusive Malaria war er kuriert. Er kehrte zurück nach Deutschland, zurück zu seiner frisch angetrauten Ehefrau Renate und zurück in die Harburger Verwaltung, wo er relativ schnell als Personalrat gewählt wurde.
Die schönsten Momente seines Berufslebens, sind die, über die er nicht reden kann. Die heftigsten waren, mit anzusehen, wie beispielsweise, die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, kurz ASD, immer mehr Arbeitsvolumen mit immer weniger Mitteln schaffen mussten. Und auch an die ersten vier Jahre Dauerkampf mit dem damaligen Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg, erinnert er sich mit Schaudern: „Die letzten zwei Jahre waren mit uns beiden dann ganz friedlich, und ich habe ihn auch zum Geburtstag eingeladen.“
Am 30. Juli feiert der Vater von zwei Söhnen seinen 65. Geburtstag, einen Monat später geht er in den Ruhestand. Doch geruhsam wird sein Leben dadurch sicher noch lange nicht. „Wir haben ein Reihenhaus in Langenbek und ich muss viele Auftragszettelchen von meiner Frau abarbeiten“, grinst er. Seinem bisherigen Kollegen und Nachfolger Lothar Fränzke wünscht Meyer viel Glück.
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