Schlaflos in Rönneburg

Christine Kraft ist genervt von den nächtlichen Aktivitäten der Nachbarn. Fotos: sl

Harburgerin im Streit mit
einem Nachbarn

Von Sabine Langner.
Die Nerven liegen blank bei Christine Kraft. Ein Leben lang träumte die 55-Jährige davon, mit ihrer Familie in einem eigenen Häuschen zu wohnen. 2008 war es endlich so weit. Seitdem gibt es nichts als Ärger.
Was ist passiert? Auf der einen Seite kämpft Christine Kraft engagiert gegen den Schwerlastverkehr in der Siedlung Jägerstraße/Vogteistraße. Auf der anderen Seite kämpft sie gegen Belästigungen aus einem Haus im benachbarten Berlepschweg.
Hier hat der Verein Basis & Woge zwei nebeneinanderliegende Reihenhäuser. In diesen beiden Häusern wohnen seit 15 Jahren bis zu zehn Kinder und Jugendliche in einer betreuten Einrichtung. Die hinteren Gärten des „Woge"-Hauses und der Familie Kraft stoßen aneinander. „Da brennt die ganze Nacht das Licht", klagt Christine Kraft. „Die Jugendlichen fangen um 22 Uhr an zu kochen, räumen um 23 Uhr die Geschirrspülmaschine aus, reden nachts lautstark im Wintergarten, ziehen die Stühle mit Getöse über den Boden oder kommen nachts auf die Idee Staub zu saugen."
Um ihr Reinigungsunternehmen auf Trab zu halten, muss Christine Kraft morgens um drei Uhr aufstehen. Schlafen kann sie bei dem Lärm aus dem Nachbarhaus nicht. Warum schließt sie nicht einfach das Fenster? „Das geht nicht", sagt die Harburgerin, die in der Höpenstraße zusammen mit Ehemann und drei Kindern wohnt. „Ich bin krank und brauche nachts Sauerstoff. Im ganzen Haus haben wir schon Rollos anbringen lassen, aber in unserem Schlafzimmer kann ich damit nicht leben."
Inzwischen haben zahlreiche Gespräche mit den Betreuern und der Leitung des "Woge"-Hauses stattgefunden, aber eine Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. „Anfang des Jahres hat sich Frau Kraft über unsere Haustürbeleuchtung aufgeregt, also haben wir einen Bewegungsmelder einbauen lassen", erklärt Thomas Nebel, Geschäftsführer des Vereins „Basis & Woge”. Kurze Zeit später habe man in allen Jugendzimmern Gardinen angebracht, um zu verhindern, dass das Licht in den Garten scheint.
„Unsere Jugendlichen sind zwischen 16 und 18 Jahre alt", so Thomas Nebel weiter. "Die können wir nicht um 22 Uhr ins Bett stecken. Rund um die Uhr ist an jedem Tag des Jahres mindestens ein Betreuer im Haus. Die Kids können gar nicht unbeaufsichtigt lärmen. "

Nachtruhe
Während die Mittagsruhe in Deutschland keinen gesetzlichen Regelungen mehr unterliegt, erfolgt die Regelung der Nachtruhe im rechtlichen Sinne nach den Landesimmissionsschutzgesetzen.
Demnach sind Betätigungen, die grundsätzlich dazu geeignet sind, die Nachtruhe zu stören, verboten. Zu diesen Betätigungen zählt unter anderem der Einsatz von Tongeräten (Geräte, die der Erzeugung oder Wiedergabe von Schall oder Schallzeichen dienen).
Derartige Geräte dürfen nur in einer solchen Lautstärke verwendet werden, dass kein Unbeteiligter gestört wird. Auch Hundegebell während der Nachtruhe gilt als Störung, ebenso ein lautstarker Ehekrach. In Deutschland findet die Nachtruhe im Allgemeinen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr statt.
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6 Kommentare
19
Horatiu - Thomas Reinhardt aus Harburg | 23.11.2014 | 15:22  
6
Hans Herrmann aus Harburg-City | 23.11.2014 | 20:21  
6
Theo Bruns aus St. Pauli | 24.11.2014 | 17:10  
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Swen Drechsler Drechsler aus Ottensen | 25.11.2014 | 11:59  
17
Enrico Meyer aus Rönneburg | 25.11.2014 | 19:42  
6
Elisabeth Rasch aus Harburg | 26.11.2014 | 22:01  
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