Sanierung der Klappbrücke wird teuer

Leicht angegammelt, aber noch funktionsfähig: die Klappbrücke über den Westlichen Bahnhofskanal. Foto: mag

Westlicher Bahnhofskanal: 1,5 Millionen Euro stehen bereit,
aber geplanter Umbau kostet rund 4,5 Millionen

Von Andreas Göhring.
Die gute Nachricht zuerst: Die Brücke über den Westlichen Bahnhofskanal soll auch in Zukunft eine Klappbrücke sein. So sieht es jedenfalls Uwe Heimböckel vom Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG). „Unser Auftrag ist klar: Wir sollen für eine Sanierung der Brücke sorgen, und am Ende soll dort eine Klappbrücke stehen.“ Wann das allerdings sein wird, ließ Heimböckel im Harburger Stadtplanungsausschuss offen. Die
Brücke wird nicht heute oder morgen zusammenbrechen.
Jetzt soll der LSBG eine Empfehlung aussprechen, wie die Brücke zukunftsfähig gemacht werden kann. Dafür sind auch schon rund 1,5 Millionen Euro bewilligt worden. Das reicht allerdings nur für die Billigvariante: Überbau und Unterbau werden instand gesetzt, danach wird die Brücke festgesetzt. Mit anderen Worten: Der Westliche Bahnhofskanal wäre nicht mehr schiffbar, das beliebte Fotomotiv mit einem Schiff wie der „Seute Deern“ vor der Speicherkulisse wäre endgültig Vergangenheit.

Verschiedene Varianten
vorgestellt

„Ohne uns“, haben die Vertreter der Großen Koalition in der Bezirksversammlung Harburg schon unisono gerufen. Sie wollen verhindern, dass die einzigartige Atmosphäre des Harburger Binnenhafens aus Kostengründen immer mehr angeknabbert wird. Aber was dann?
Diplom-Ingenieur Michael Borowski von der Firma Grassl Ingenieurbau hat im Stadtplanungsausschuss mögliche Varianten und deren geschätzten Kosten dargestellt. Favorit des LSBG und auch der Kommunalpolitik wären Instandsetzung und Umbau der vorhandenen Unterbauten sowie eine Erneuerung der Antriebs- und Elektrotechnik mit voller Antriebsleistung, die eine Öffnung der Brücke auch bei Orkanen ermöglichen würde. Geschätzte Kosten: 4,5 Millionen Euro. Eine halbe Million Euro könnte bei reduzierter Antriebsleistung eingespart werden. Dann müsste aber bei Windstärke 7 – oder noch weniger – der Betrieb eingestellt werden.
Für drei Millionen Euro wäre ein spektakuläre, aber wenig praktische Variante zu haben. Die sanierte Brücke hätte keinen eigenen Antrieb mehr. Wenn trotzdem ein Schiff passieren will, müsste ein Mobilkran die Brücke anheben. Kosten pro Hebung: 15.000 Euro.
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