Rußwolke im Gesicht

An der Kreuzung Schlossmühlendamm / Harburger Ring steht die Entlüftungsanlage für das Notstromaggregat des Stellwerks der S-Bahn. Wenn das anspringt, bekommen Radfahrer Rußwolken ins Gesicht. Foto: sl

Rentner bekommt beim Radfahren in Harburg schwarzen Rauch ab

SABINE LANGNER, HARBURG
Jens Rasmussen staunte nicht schlecht, als er vor ein paar Wochen fröhlich mit dem Rad durch Harburg fuhr und plötzlich eine Rußwolke im Gesicht hatte. „Ich habe mich natürlich total erschrocken“, sagt der 64-jährige Harburger. „Ich denke Hamburg will Umwelthauptstadt sein. Wenn man als Radfahrer durch dichte Rußwolken fahren muss, ist das eine große Blamage.“

Was war passiert? Direkt vor Karstadt an der Ecke Harburger Ring / Schlossmühlendamm steht unmittelbar neben dem Radweg seit ein paar Jahren ein großer, mit roten Ziegeln gemauerter, Kasten. Den Abschluss bildet eine Metallabdeckung mit Lüftungsschlitzen. Wer auf einem Fahrrad daran vorbei fährt, hat die Lüftungsschlitze genau auf Augenhöhe. Jens Rasmussen hat versucht herauszufinden, warum dieser Kasten dort steht, und warum er von Zeit zu Zeit Rußwolken ausstößt. „Man hat mir gesagt, dass sich unter diesem Kasten ein großer Bunker befindet. Der hat auch ein Notstromaggregat, das ab und zu gewartet werden muss. Wenn das Aggregat läuft, müssen die Abgase ja irgendwo hin. Aber muss denn das ausgerechnet direkt neben dem Radweg ausgeleitet werden? Wenn man den Kasten drei Meter höher bauen würde, dann hätte niemand Probleme.“

Zuständig für dieses Notstromaggregat ist die Deutsche Bahn. Allerdings sei das Aggregat nicht für den Bunker sondern für das Stellwerk der S-Bahn Harburg-Rathaus zuständig, erklärt Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin der Deutschen Bahn. „Erforderliche Probebetriebe werden in den verkehrsschwachen Abendstunden durchgeführt. Das Notstromaggregat startet ansonsten nur bei Netzausfall selbsttätig.“

Den Kasten zu erhöhen und damit den Austritt der Rußwolken auch höher zu machen, plane die Deutsche Bahn allerdings nicht. „Die Anlage wurde mit dem Bau der Harburger S-Bahn hergestellt und in der vorliegenden Form planungsrechtlich genehmigt“, so Sabine Brunkhorst weiter. „Bei der Rußwolken-Belästigung dürfte es sich um einen seltenen Ausnahmefall handeln. Änderungen an der bestehenden Anlage daher sind nicht vorgesehen. Für die Belästigung, die Ihr Leser hinnehmen musste, bitten wir um Entschuldigung.“
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