Ran ans Schweinchen

Die Regeln beim Petanque sind einfach, jeder kann mitspielen. Der Boule-Platz an der Wilstorfer Höh steht vorerst an zwei Tagen in der Woche zum Training zur Verfügung, bei schnellem Mitgliederzuwachs wird bis auf fünf Tage erweitert. Foto: fischer
 
Rolf Fischer leitet die neue Petanque-Abteilung beim FSV Harburg-Rönneburg. Foto: fischer

FSV Harburg-Rönneburg hat eine Petanque-Abteilung
gegründet - noch Mitspieler gesucht

Das Klischee hält sich hartnäckig. Ältere Herren, das schüttere Haar meist von einer Baskenmütze verdeckt, im Mund eine Gauloises, natürlich ohne Filter, stehen zwischen Platanen, am Rand eines sandigen Parkplatzes. Auf einer Bank neben ihnen liegt ein Tablett, auf dem Gläser, eine halbvolle Flasche Pastis und ein Krug Wasser stehen. Abwechselnd werfen sie, leicht aus der Hocke, silberfarbene metallene Kugeln in Richtung eines kleinen roten Ziels. Die Stimmung ist gut, jede Aktion wird kommentiert. So oder so ähnlich stellt man sich hierzulande ein Boule-Spiel in Frankreich vor.

Geeignet für Menschen
aller Altersstufen


Wer bei der FSV Harburg-Rönneburg Boule spielen möchte, muss kein rauchender, Anisschnaps trinkender Mitsiebziger sein. „Boule, genauer Petanque, ist schon lange kein Sport mehr nur für alte Männer“, sagt Rolf Fischer. Zusammen mit ein paar Mitstreitern hat Fischer bei der FSVHR gerade eine Petanque/Boule-Abteilung gegründet: „Pétanque kann von Menschen jeden Alters gespielt werden, auch von solchen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Über Inklusion wird hier nicht geredet, sie wird gelebt. Die Regeln sind sehr einfach und verständlich. Besondere Kraft ist nicht nötig. Es geht nicht darum, wer am weitesten kommt.“ Kugeln, Cochonnet (Zielkugel, Schweinchen) und Gegner. Mehr braucht es nicht.

Boulodrome auf der
Wilstorfer Höh

In Deutschland sind fast 20.000 Menschen mit dem „Boule-Virus“ infiziert. Im Hamburger Süden hatte sich bislang nur eine Gruppe der Kulturwerkstatt Harburg diesem Hobby verschrieben.
Die Boule/Petanque-Neulinge der FSV Harburg-Rönneburg sind gerade dabei, auf der Wilstorfer Höh ihren Platz, das Boulodrome, herzurichten. Am 29. März soll die Anlage mit einem „Jedermann-Turnier“ eröffnet werden.
Rolf Fischer: „Bis dahin freuen wir uns über jeden Interessenten und jede helfende Hand beim Umbau des Platzes.“
Kontakt: rolf.fischer@vodafone.de,
Tel 0172-67 69 074, FSVHR-Geschäftsstelle Tel 77 94 14.

Rolf Fischers
Weg zum Boule

„Wie viele deutsche Spieler wurde auch ich in Frankreich mit dem Boule-Virus infiziert.
Ein Sechser-Pack Baumarkt-Kugeln waren ständige Begleiter auf Reisen und es wurde sporadisch, ohne die Regeln genau zu kennen, immer mal eine Partie "gerollert"
In Saintes Maries de la Mer ergab sich dann die Möglichkeit, bei einem kleinen Turnier anzutreten und mit einem jungen Belgier im Doublette Platz 6 von 8 zu erreichen.
Gleich zwei französische
Teams hinter sich zu lassen, spornte mich an, nach Urlaubsende sofort in Hamburg Gleichgesinnte zu finden. Nach drei Wochen auf verschiedenen Hamburger Plätzen dann der Entschluss: das ist genau mein Ding, ich brauche dringend einen richtigen Satz Wettkampfkugeln mit Verbandszulassung.“

Petanque
In Deutschland wird für die „Kugelsportarten“ Boccia, Petanque oder Bowls meist die Sammelbezeichnung Boule verwendet. Das in Frankreich auf öffentlichen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugelspiel ist allerdings Petanque.
Beim Petanque versuchen zwei Mannschaften, eine bestimmte Anzahl von Kugeln so nahe wie möglich an eine vorher ausgeworfene Zielkugel (Schweinchen) zu werfen. Im Wettkampf stehen sich jeweils 3 Spieler (Triplette), 2 Spieler (Doublette) oder 1 Spieler (Tête-à-tête) gegenüber. Pétanque wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Südfrankreich erfunden. Der Deutsche Pétanque Verband (DPV) hatte Ende 2013 fast 19.000 Mitglieder.
Quelle: Wikipedia
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1 Kommentar
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Rolf Fischer aus Wilstorf | 05.03.2015 | 11:26  
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