Problem: Mitmachen darf nur, wer (ein wenig) türkisch kann
Nur wenig nicht-türkische Teilnehmer bei der Deutsch-Türkischen Kulturolympiade in der Heimfelder Friedrich-Ebert-Halle
Von Steffen Kozieraz.
Deutsche Kinder singen in perfektem Türkisch, ein türkisches Mädchen begeistert mit einem türkischen Lied. Ein türkischer Junge singt Tim Bendzkos Hit „Die Welt retten.“ Die „Deutsch-Türkische Kulturolympiade“ in der Friedrich-Ebert-Halle trägt ihren Namen zu recht. Doch es mangelt an nicht-türkischen Teilnehmern.
Das muss auch Okan Türkyilmaz vom Hanseforum, der diese Veranstaltung im nächstes Jahr mitorganisieren wird, kritisch feststellen: „Wir haben in Hamburg nur 20 Prozent nicht-türkische Teilnehmer - in Stuttgart sind es die Hälfte. Wir müssen diese Veranstaltung besser erklären, damit mehr Kulturen teilnehmen.“
Dass türkische Sprachkenntnisse gefordert sind, um hier mitzumachen, habe wohl viele deutsche Schüler abgeschreckt. Doch: „Drei Sätze zur Begrüßung auf türkisch reichen, um dabei zu sein,“ erklärt Türkyilmaz.
Die zwölfjährige Harburgerin Patrycja mit polnischen Wurzeln hat die drei türkischen Sätze und ihren Song „iste öyle birsey“ gelernt. Nun hat sie in ihrer Kategorie gewonnen und sich damit für das Deutschland-Finale in Frankfurt im April qualifiziert. „Für das Finale muss ich aber noch einen Test auf Türkisch schreiben,“ meint die Sechstklässlerin.
Die Kulturolympiade soll das Interesse an Bildung, Sprache und Kultur wecken. Sie soll Völker verbinden, Toleranz zeigen, den interkulturellen Austausch fördern und letztlich eine integrative Wirkung haben. Deshalb wurde vor zwei Jahren die auf deutschem Boden vorher rein türkische Kulturolympiade in „Deutsch-Türkisch“ umbenannt und auch deutsche Teilnehmer und Beiträge zugelassen.

