Pate werden und Schülern helfen

Olivier Sossou half bei seinem Praktikum in einer Arztpraxis. Foto: pr

Schule Maretstraße: Toller Start für Projekt „Ausbildungsbrücke“ - Paten unterstützen Schüler auf dem Weg ins Berufsleben

Der Start ins Berufsleben kann schon mal holprig sein. An der Schule Maretstraße soll das Projekt „Ausbildungsbrücke“ verhindern, dass Schüler auf diesem Weg ins Straucheln geraten. Bei der Suche nach dem richtigen Praktikumsplatz, dem Bewerbungstraining bis zur Findung der passenden Lehrstelle – Paten der Ausbildungsbrücke stehen den Schülern zur Seite. So wie bei Cassandra Balde Cobcalves (15) und Olivier Sossou (16).
Cassandra kam erst vor wenigen Monaten aus Portugal nach Harburg, Olivier aus Togo. Beide besuchen seitdem die Schule Maretstraße, beide wollten gern freiwillig ein Praktikum machen. Mit Hilfe ihrer Paten ging der Wunsch in Erfüllung.
„Ich war überglücklich, einen Platz im Einzelhandel zu erhalten“, strahlte Cassandra. „Die Arbeit in dem Drogeriemarkt machte richtig Spaß. Morgens um 10.30 Uhr kam die neue Ware, die ich einsortierte. Am schönsten war es, wenn ich Kunden helfen und dabei mein Deutsch verbessern konnte“, berichtete sie.
Auch Olivier konnte sein Wunschpraktikum absolvieren. Er half in einer Arztpraxis für Allgemeinmedizin. „Die Arbeit war richtig interessant“, beschrieb er. „Ich arbeitete viel am Computer, durfte aber auch schon mal im Labor helfen, und mein Deutsch konnte ich auch verbessern“, freute sich Olivier.
Wie funktioniert die Ausbildungsbrücke? Schüler und Schülerinnen ab der achten Klasse können sich um einen ehrenamtlichen Paten bewerben. Bewerben? „Wenn ein Schüler noch nicht gelernt hat, an einem bestimmten Ort zu bestimmten Zeit zu sein und sich entzieht, ist ein Erfolg nicht möglich. Dieses klären wir in einem Vorgespräch ab“, erläutert Reinhard Klein (Ausbildungsbrücke). „Es hat sich gezeigt, dass gute Erfolge erzielt werden können, wenn die Jugendlichen sich mindestens drei Monate regelmäßig mit dem Paten treffen.“
Die Schule Maretstraße hat eine 7./8. Klasse als Vorbereitungsklasse sowie zwei 9. Klassen und eine 10. Klasse. Viele Schüler haben ausländische Wurzeln, nicht wenige stammen aus einem schwierigen Familienumfeld. Lehrer Heiner Orgass hatte den Kontakt zur „Ausbildungsbrücke“ hergestellt. Der Bedarf an Paten ist groß.

Ausbildungsbrücke: Paten gesucht !
Wer kann Pate werden? Ganz „normale“ Menschen, also keine Profis im Bereich Beratung und Coaching, besser auch keine Pädagogen.
Wie hoch ist der Zeitaufwand? In der Regel ein bis zwei Stunden pro Woche. In einer aktuellen Bewerbungsphase kann es mal etwas mehr sein. Die Paten treffen sich einmal wöchentlich mit ihrem Schützling, in der Schule oder an einem neutralem Ort, wie zum Beispiel in der Bücherhalle.
Die Ausbildungsbrücke ist eine Initiative der Diakonie.
Auskünfte gibt’s unter www.ausbildungsbruecke.de
Kontakt: Reinhard Klein, Telefon 248 25 138
Mail: Klein@Patenmodell.de
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