Panik auf dem Zebrastreifen

Ein Dorn Im Auge von Behinderten AG und Bezirkspolitikern: Die Kreuzung Moorstraße / Wilstorfer Straße hat eine viel zu kurze Grünphase für Fussgänger.

Harburger Lokalpolitiker sind sich einig, aber Behörden lehnen längere Grünphasen ab

Bereits im Januar hatte Die Linke einen Antrag gestellt - mittlerweile kämpfen alle Fraktionen gemeinsam für eine Verlängerung der Grünphasen für Fussgänger. In einem interfraktionellen Antrag von Anfang Mai forderten Harburgs Parteien, dass an den großen Kreuzungen in Harburg die Ampelanlagen auf die Länge ihrer Grünphasen hin überprüft werden.
„An vielen Ampelanlagen schaffen es ältere und gehbehinderte Menschen nicht, angstfrei die Straße zu überqueren“, heisst es zur Begründung. Besonders die Übergänge Am Centrumshaus/Neue Straße und Wilstorfer Straße/Moorstraße stehen im Fokus der Bezirkspolitiker. Auf halber Strecke springe hier die Ampel schon wieder auf Rot. Die Betroffenen fühlten sich gehetzt und gestresst.
Doch auch wenn sich die Bezirkspolitiker einig sind, die Innenbehörde, zuständig für Lichtsignalanlagen, sieht erneut keinen Handlungsbedarf. „Die Grünzeiten für Fussgänger zu verlängern, führt unmittelbar zu Einbußen für den Kfz- und Busverkehr“, so die Begründung. Ausserdem halte man eine bundesweit eingeführte Richtlinie ein, in Hamburg sogar an der unteren Grenze: „Grundsätzlich wird eine Gehgeschwindigkeit von 1,2 Metern/Sekunde angesetzt.“ Damit hätten auch „mobilitätseingeschränkte Personen“ genug Zeit, die Straße sicher zu überqueren, findet die Behörde.
Ganz anderes sieht das die Behinderten AG Harburg. Seit Jahren kämpft sie für längere Grünphasen. „Für den Normalbürger ist es okay, wenn auf der Hälfte des Übergangs das Signal wechselt“, erklärt Andreas Schmelt vom Vorstand der BAG. „Für ältere, blinde oder gehbehinderte Personen bedeutet das Stress und Unsicherheit. Dabei muss man sich darauf einstellen, dass die Bevölkerung immer älter wird“, argumentiert er. „Wir fordern schon lange: Gebt uns ein paar Zehntel mehr!“
Auch Harburgs Politiker sind enttäuscht von der erneut ablehnenden Haltung der Innenbehörde: „Mal wieder fallen die Entscheidungen zentral“, empört sich Michael Dose (SPD). „Da ist es nicht entscheidend, was man mit gesundem Menschenverstand sieht.“ Und CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer: „Wenn die Fachleute sagen, das geht nicht, dann ist die Lokalpolitik machtlos.“
 auf anderen WebseitenSenden
3 Kommentare
34
Nancy Haymann aus Harburg | 11.07.2012 | 16:52  
-11
Henrik Friske aus Heimfeld | 16.07.2012 | 18:59  
6
Oliver Born aus Harburg | 20.09.2012 | 22:09  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.