Oskar „Ogger“ Lewandowski gestorben

1960 auf der Jahnhöhe: HTB gegen Rasensport Harburg mit „Appel“ Brunke, Ogger Lewandowski und Torhüter Horst Willumeit (v.l.). Foto: pr

Der Bostelbeker war in den 1960er Jahren einer der besten Fußballer Hamburgs

Wolfgang Gnädig, Harburg

Harburgs Fußballfans trauern um einen ihrer erfolgreichsten Nachkriegskicker: Oskar Lewandowski ist am vergangenen Sonntag nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren in seinem Haus im Beisein seiner Frau Rita und seiner Kinder und Enkel friedlich eingeschlafen. Der gebürtige Harburger gehörte in den 1960er-Jahren zu Hamburgs besten und erfolgreichsten Fußballern.
Oskar Lewandowski, den die Harburger Fußball-Fans liebevoll „Ogger“ nannten, war eine echte lokale Fußballgröße in Harburg. Das Urgestein des Bostelbeker SV spielte von 1957 bis 1964 für den Harburger Turnerbund (HTB) in der damals zweithöchsten deutschen Spielklasse (Amateurliga Hamburg), ehe ihn eine schwere Knieverletzung für ein Jahr außer Gefecht setzte.Sogar Bundestrainer
Herberger rief an
Die schönste Anekdote aus der „guten alten Zeit“ des Fußballs war für Lewandowski ein Anruf des damaligen Bundestrainer Sepp Herberger in seiner Kneipe „Krug zum grünen Kranze“ in der Stader Straße. Lewandowski erzählte später: „Ich war nicht da, und als ich wieder kam, dachte ich, dass meine Frau Rita mich auf den Arm nehmen wollte", erinnerte er sich lachend und ergänzte: „Das ist wohl das einzige Harburger Lokal, in dem Herberger jemals angerufen hat." Grund das Herberger-Anrufs war die Aufforderung an Lewandowski, sich anlässlich der Entscheidungsspiele um die Teilnahme an Olympia 1964 gegen die damalige DDR-Elf mit der offiziellen Kleidung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) auszustatten.
Übrigens schied die DFB-Amateur-Elf (allerdings ohne Lewandowski) gegen die DDR-Nationalmannschaft aus.
Lewandowski besaß seinen DFB-Anzug bis ins hohe Alter. Da er bis zuletzt eine sportlich-schlanke Figur hatte, konnte er den Anzug auch noch als fast 80-Jähriger tragen.
Das tat er regelmäßig am Silvestertag. Dann wurde der graue Blazer mit dem DFB-Emblem, das grüne Hemd und die grüne Krawatte mit eingearbeitetem Verbandswappen noch einmal für eine halbe Stunde aus der Mottenkiste geholt.
Bei der Trauerfeier für Oskar Lewandowski am Dienstag, 28. November, ab 14 Uhr auf dem Harburger Friedhof an der Bremer Straße werden sicher viele Fußballfans dabei sein. Der anschließende Abschied von der Harburger Fußball-Legende findet auf Wunsch des Verstorbenen in seinem Bostelbeker Vereinslokal statt.
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