Ordnungsdienst: Bald mehr Zeit für Parks und Spielplätze?

2011 schrieben die BOD-Mitarbeiter im Bezirk Harburg 17.681 Falschparker auf. Knöllchen für Ordnungswidrigkeiten in Parks und Grünanlagen gab es nur in 268 Fällen. Foto: panthermedia

Bezirklicher Ordnungsdienst (BOD) wird neu organisiert – eigener
Landesbetrieb soll sich um Parkraumüberwachung kümmern

In Parks oder Grünanlagen trifft man sie eher selten, in der Nähe von parkenden Autos in der Harburger Innenstadt gefühlt um so häufiger: die Mitarbeiter des Bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) in ihren schmucken Uniformen (blaue Hose, schwarze Lederjacke, weiße Mütze). Der Hamburger Senat plant, die Knöllchen-Truppen der Bezirke aufzulösen und deren Aufgaben neu zu verteilen.
Der BOD, Anfang 2006 aus dem Städtischen Ordnungsdienst hervorgegangen, soll eigentlich die Polizei entlasten. Er kümmert sich um Grünanlagen, Parks und Wege. Die Mitarbeiter werden bei illegaler Müllentsorgung, Vandalismus oder Verschmutzungen aktiv.
Sie kontrollieren, ob auf Veranstaltungen die Auflagen der Verwaltung eingehalten werden, sie kümmern sich um frei laufende Hunde und setzen auch das Taubenfütterungsverbot durch. Außerdem gehört die Überwachung des ruhenden Verkehrs (also parkenden Autos) zu den BOD-Aufgaben.
Mit diesem bunten Aufgabenpaket beschäftigen sich im Bezirk Harburg acht BOD-Mitarbeiter. Eigentlich sollten es 17 sein, doch dafür fehlt seit Jahren das Geld. Von April bis Oktober arbeitet der BOD Harburg in drei Schichten: Frühdienst 7.45 bis 16 Uhr, Tagesdienst 10.45 bis 19 Uhr, Spätdienst 12.45 bis 21 Uhr (im Sommer bis 23 Uhr), von November bis März nur von 7.45 bis 19 Uhr. „Wochenenden werden nach Auftragslage abgedeckt“, erklärt Bezirksamtssprecherin Bettina Maak.
Zwischen 10 und 15 Prozent ihrer Arbeitszeit sitzen die BOD-Mitarbeiter im Büro und erledigen Papierkram. Nur ein Fünftel der Arbeitszeit entfällt nach Angaben der Verwaltung auf die „Überwachung des ruhenden Verkehrs“.
Ein Blick in die Statistik zeigt, wo der Arbeitsschwerpunkt des Ordnungsdienstes tatsächlich liegt: Im Jahr 2012 verteilte der BOD Harburg 14.497 Knöllchen. In 13.750 Fällen ging es dabei um Verkehrsordnungswidrigkeiten.
Das sind fast 95 Prozent! Für 2011 ergibt sich eine ähnliche Quote: 18.506 Anzeigen, davon 17.681 für Falschparker.

Was soll sich ändern?
Der BOD wird komplett aufgelöst. Ums Abzetteln von Falschparkern soll sich künftig ein eigener Landesbetrieb kümmern. Für freilaufende Hunde ist hamburgweit der Bezirk Mitte zuständig. Bei Verschmutzungen, Müllablagerungen sollen die Bürger künftig eine Müll-Hotline anrufen.
Wie viele BOD-Mitarbeiter an den neuen Landesbetrieb abgegeben werden müssen, steht noch nicht fest. Die restlichen Harburg BOD-Mitarbeiter werden in die Abteilungen der Harburger Verwaltung versetzt, die sich um Spielplätze und Parks kümmern.
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