"Öko-Arbeitskräfte" in Meyers Park

Ein „Rückepferd“ bei der Arbeit in Meyers Park. Kaltblutpferde der Rasse Boulonnais werden seit Jahrhunderten für schwere Zugarbeiten eingesetzt. Foto: Bezirksamt Harburg

Zwei Rückepferde halfen vier Tage lang bei Rodungsarbeiten

In den 1960er Jahren wurden sie weitgehend durch Maschinen verdrängt, doch jetzt kommen sie wieder häufiger zum Einsatz - zuletzt bei Forstarbeiten in Meyers Park: „Rückepferde“.
Deren Aufgabe ist es, gefällte und entastete Baumstämme zum nächsten Waldweg zu schleppen. Im Gegensatz zu schweren Forstmaschinen verursachen sie keine Bodenschäden. „Außerdem konnten mit dem Pferdeeinsatz auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden“, erläuterte Bezirksamtssprecherin Beatrice Göhring.
Hintergrund: Im östlichen Teil von Meyers Park wurden einige dicht stehende Buchen und Birken gefällt. Davon profitieren vor allem Eichen. Außerdem wurden einige Flächen von schnellwachsenden zwei- bis fünfjährigen Ahornbäume gerodet.
Die im Wald liegenden Bäumstämme hat ein Mitarbeiter des Forst- und Pferdefuhrbetriebes Kay Stolzenberg aus Güstritz im Wendland mit seinen beiden Pferden an die Wegeränder gerückt. An manchen Stellen konnten einige Baumstämme liegenbleiben. Beatrice Göhring: „Das Totholz dient Spechten und anderen Waldbewohnern als Nahrungs- und Lebensraum.“ Insgesamt kostete das viertägige Engagement der „Rückepferde“ die Harburger Verwaltung 4.500 Euro.
Eine Harburg-Premiere war der Einsatz der „Rückepferde“ übrigens nicht. Bereits in den 1990er Jahren wurden welche in Meyers Park, 2005 im Harburger Stadtpark eingesetzt.
Kann es in Harburger Wäldern bald wieder Arbeit für die Kaltblüter geben? „Das ist schon vorstellbar“, so Beatrice Göhring.

Der rund 32,5 Hektar große Meyers Park ist nach Heinrich Christian Meyer benannt. Sein gleichnamiger Vater besaß eine Fabrik für Stöcke, Stuhlrohr und Rattan, die ihn zum ersten Großindustriellen Hamburgs machte. Im Stil der Kruppschen Villa Hügel lies er 1869 im heutigen Park die so genannte Villa Meyer errichten. 1906 kam ein Landhaus hinzu, das heutige Waldhaus.
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist Meyers Park im Besitz der Stadt Hamburg und ein beliebtes Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet. Im Park gibt es zwei Kinderspielplätze mit Grillplatz und einen Ponyhof mit Reitangeboten für Kinder und Jugendliche. Das „Waldhaus“ und die Villa Meyer werden heute als Empfangs- und Verwaltungsgebäude von der HELIOS Mariahilf Klinik genutzt.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.