Nur in Harburg lacht niemand

Machen jetzt beim Comedy Pokal mit: Streckenbach & Köhler. Foto: pr

Zehn Kulturzentren veranstalten gemeinsam den 12. Hamburger Comedy Pokal - der Bezirk Harburg ist nicht vertreten

Der Hamburger Comedy Pokal ist eine Erfolgsgeschichte. Vier Tage Lachen auf höchstem Niveau – (fast) über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Nur um den Hamburger Süden machen die Comedians seit Jahren einen Bogen. Warum?
Ende Januar reisen alljährlich Comedy-Künstler aus ganz Deutschland nach Hamburg. Zwei Runden müssen die 20 Teilnehmer überstehen, um beim Finale des Comedy Pokals im Schmidts Tivoli auf der Bühne zu stehen. Die Vorrunden werden in zehn Kulturzentren ausgetragen. „Der Pokal bietet den Besuchern nicht nur einen interessanten Überblick über die Kleinkunstszene, sondern lädt auch zur Entdeckungsreise durch die einzelnen Hamburger Stadtteile ein“, heißt es auf der Homepage hamburgercomedypokal.de
Doch der Hamburger Süden wird seit Jahren nicht entdeckt. „Gerne wäre der Hamburger Comedy Pokal auch in Harburg vertreten“, sagt Peter Rautenberg, Sprecher des Comedy Pokals, „als alter Harburger hätte ich Harburg gern mit im Boot.“ Das Problem: Harburgs Kulturzentrum Rieckhof macht nicht (mehr) mit. 2011 und 2012 hatten im Rieckhof Vorrunden des Comedy Pokals stattgefunden. „Da kamen nur so 20 bis 30 Besucher“, erinnert sich Geschäftsführer Jörn Hansen. In den Rieckhof passen aber rund 1.000 Besucher...
Gibt’s in Harburg keine anderen Möglichkeiten? „An ein neu teilnehmendes Haus wird der Anspruch gestellt, dass die Sparte Kabarett/Comedy entweder eingeführt ist oder in Zukunft einen festen Platz im Programmschema haben soll“, erklärt Comedy Pokal-Sprecher Rautenberg. „Aus meiner Sicht bleibt eigentlich nur das Stellwerk (im Harburger Fernbahnhof) übrig, das mit Thorstens Bärs Comedyreihe zumindest etwas Kontinuierliches vorweisen kann.“
Doch die Begeisterung beim Stellwerk-Verantwortlichen Nandor Olah hält sich in Grenzen. „Wir sind kein gefördertes Stadtteilzentrum, sondern ein selbstständig arbeitendes und sich selbst finanzierendes Kulturzentrum. Interesse habe ich theoretisch schon, aber noch einen Programmpunkt, bei dem ich drauf zahle, kann ich mir nicht erlauben.“


Hintergrund
Der 2003 gestartete Hamburger Comedy Pokal hat sich zu einem der größten Kleinkunstwettbewerbe in Deutschland gemausert. Die Bewerber kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Mit dabei waren unter anderem Cindy aus Marzahn, Matthias Egersdörfer, Nagelritz, Wolfgang Trepper oder Axel Pätz.
Seit 2009 wird der Wettbewerb vom Verein „Hamburger Comedy Pokal e.V." durchgeführt. Ziel des Vereins ist es, in Hamburg „Kleinkunst"-Nachwuchskünstler sowie die Zusammenarbeit der Hamburger Kulturzentren zu fördern.
Folgende Kulturzentren machen 2014 mit: Brakula, Eidelstedter Bürgerhaus, ella – Kulturhaus Langenhorn, Goldbekhaus, Haus Drei, Kulturhaus III&70, Kulturhof Dulsberg, Kultur Palast Hamburg, LOLA und die Zinnschmelze.
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