"Nicht zuständig!"

Jasna und Maik Zigahn hoffen auf Hilfe vom Harburger Jugendamt. Foto: sl

Familie Zigahn braucht Hilfe - doch der Weg durch den Behördendschungel ist steinig

Jasna und Maik Zigahn sind verzweifelt. Das Harburger Ehepaar benötigt dringend Unterstützung, aber es versinkt im Zuständigkeitsgewirr der Behörden.
Weil Jasna Zigahn das Gefühl hatte, ihre Tochter würde sich nicht gut um ihren Enkel Kevin (Name geändert) kümmern, hat sie den damals Fünfjährigen kurzerhand zu sich genommen. Inzwischen hat die Großmutter auch offiziell die Vormundschaft für den heute elfjährigen Kevin. Damals wohnten alle Beteiligen in Stade. Weil der kleine Kevin aufgrund einer schweren ADHS-Erkrankung (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) nicht nur medikamentöse, sondern auch psychologische Betreuung benötigt, hat das Jugendamt Stade unter anderem eine Familienhilfe bewilligt.
Vor zwei Jahren ist Familie Zighan mit Kevin und fünf weiteren Kindern nach Harburg gezogen. Die Kindesmutter hingegen hat es nach Berlin verschlagen. Die Familienhilfe wurde weiter vom Jugendamt Stade finanziert. Doch Jasna Zigahn hat ebenfalls Anspruch auf Pflegegeld. „Das Geld brauchen wir dringend“, berichtet Jasna Zigahn verzweifelt. „Mein Mann und ich arbeiten beide als Raumpfleger. Damit verdienen wir nicht viel Geld. Eigentlich sollte ich überhaupt nicht arbeiten, hat mir der Arzt geraten, damit ich mich voll um Kevin kümmern kann. Der Kleine ist manchmal so aggressiv, dass er sein ganzes Zimmer zerlegt. Das können wir mit unseren beiden Gehältern nicht finanzieren. Und wenn wir für Kevin neue Sachen kaufen, kommen die anderen Kinder immer zu kurz. Das ist ungerecht.“
Doch ein Antrag auf Pflegegeld scheiterte bisher an der Zuständigkeit der Ämter. „In Stade hat uns das Jugendamt gesagt, Berlin wäre zuständig, weil dort die Kindsmutter wohnt“, sagt Maik Zigahn. „In Berlin weiß aber keiner etwas über den Vorgang. In Harburg wurden wir abgewimmelt, weil Stade ja immer noch die Familienhilfe bezahlt. Wir wissen nicht mehr weiter. Aber wir brauchen Hilfe.“
Auf Nachfrage des Wochenblattes, hat sich der Harburger Sozialdezernent Holger Stuhlmann des Falls angenommen und festgestellt, dass das Harburger Bezirksamt für die Familie zuständig ist. „An die Großmutter geht noch in dieser Woche eine schriftliche Einladung des ASD (Allgemeinen Sozialen Dienstes) heraus“, verspricht er.
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