Nicht so genau hingeschaut: Fliegerbombe übersehen...

Bei sehr vielen Harburger Bauvorhaben, hier In der Schlucht in Eißendorf, gilt das Gelände als „Kampfmittel-Verdachtsfläche“. Foto: mag (Foto: Foto: mag)
Bombenfunde sind im Hamburger Süden nicht ungewöhnlich. Kaum ein Bauprojekt kann starten, ehe das Gelände nicht vom Kampfmittelräumdienst unter die Lupe genommen wurde. Auch das Neubaugebiet am Ehestorfer Weg war als Verdachtsfläche eingestuft. Ein privater Kampfmittelräumdienst hatte den Bereich sondiert, nichts gefunden und Flächen freigegeben. Trotzdem wurde bei Bauarbeiten eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Wegen der Entschärfung der 250 Pfund schweren amerikanischen Sprengbombe hatten fast 1.000 Menschen ihre Wohnung verlassen müssen. Auch die Autobahn A7 war gesperrt worden.
Es können sogar noch weitere Blindgänger in der Erde schlummern. Zwar müssen Verdachtsflächen vor Baubeginn untersucht werden, doch „es liegt im Ermessen der Grundeigentümer, in welchem Umfang eine Sondierung stattfindet“, heißt es aus der Innenbehörde.
In Eißendorf wurde das Gelände offenbar nicht komplett untersucht. Warum? Solche Untersuchungen sind teuer. Die Kosten tragen die
Grundeigentümer. Bis vor einigen Jahren war in Hamburg die Suche nach Kampfmitteln Sache der Stadt. Noch zu Zeiten der CDU-Regierung wurde diese Aufgabe privatisiert - und die Kosten auf die Grundeigentümer abgewälzt. Hat sich dieses bewährt? Die Innenbehörde verweist bei der Frage auf die Feuerwehr. Deren Antwort: „Wir können hier keine Bewertung vornehmen.“
Sind in Harburg eigentlich weitere Fälle bekannt, bei denen trotz erfolgter Freigabe durch private Kampfmittelräumfirmen anschließend noch Kampfmittel entdeckt wurden? Dazu sagt die Pressestelle der Feuerwehr: „Diese Frage bezieht sich auf ein laufendes Verfahren. Daher möchten wir zunächst die Ergebnisse des Verfahrens abwarten. Dem Kampfmittelräumdienst sind keine weiteren Fälle bekannt.“
Der Harburger FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Kurt Duwe plädiert jetzt dafür, die Zuständigkeit wieder an die Stadt zu übetragen: „Sicherheit muss Vorrang vor wirtschaftlichen Fragen haben.“
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.