Neuländer Quarree: Großer Wurf oder Schnapsidee?

Das Neuländer Quarree mit dem zwölfstöckigen Boarding House (links).

Beim 200-Millionen-Euro-Projekt im Binnenhafen sind noch viele Fragen offen

Von Bernhard Bruno.
Der Harburger FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Kurt Duwe jubelt: Das 200-Millionen-Projekt „Neuländer Quarree“ im Binnenhafen stelle alle Harburger Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) wie die Marina auf der Schloßinsel in den Schatten. Vor allem der geplante Technologiepark hat es Duwe angetan: „Er ist konsequent auf die Technische Universität ausgerichtet.“
Duwe ist bisher der einzige Politiker aus Harburg, der sich zu dem Projekt „Neuländer Quarree“ öffentlich äußert. Seine Kollegen üben sich in Zurückhaltung. CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer meckert sogar über die Art und Weise, wie Projektentwickler Hans-Peter Werner von der Implan Projektentwicklungs GmbH die Politiker informierte: „Es kann nicht sein, dass wir von der Existenz des Projekts aus der Zeitung erfahren.“
Allerdings sind noch viele Fragen offen: So zweifeln viele an dem ehrgeizigen Zeitplan des Projektentwicklers. Bis 2015 will er rund 100 Wohnungen, eine Kindertagesstätte, ein paar Geschäfte für den täglichen Bedarf und einen kompletten Technologiepark fertig stellen – ohne bisher einen einzigen Mieter oder gar einen Betreiber für den Technologiepark präsentieren zu können.
Offen ist, wie berichtet, vor allem, wie die Nachbarschaft zu dem Chemieunternehmen Brenntag geregelt werden soll. Dort wird unter anderem Chlorgas abgefüllt. Ein Umstand, der kein Wohnen in einem bestimmten „Achtungskreis“ zulässt. Die Nähe zu Brenntag hatte im vergangenen Jahr schon ein Hotelprojekt an der Seevestraße in Frage gestellt. Harburgs Baudezernent Jörg Penner ist trotzdem guten Mutes: „Das regeln wir.“ Wie das geschehen soll, lässt er allerdings offen.
Penner sieht auch keinerlei negative Auswirkungen auf das Projekt „EcoCity“ auf dem Gelände der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie. „Das wird sich ergänzen“, sagt Penner. Wird alles gebaut wie geplant, bekommt Harburg gleich zwei neue Hochhäuser: ein 16-stöckiges EcoCity-Hotel mit Windturbine und gleich daneben ein Boarding House mit zwölf Etagen auf dem Quarree-Gelände.
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