Neuländer Moorwiesen werden Naturschutzgebiet

Freude übers neue Naturschutzgebiet: Jens Kerstan, Manuel Sarrazin und Harald Köpke (v.l.) Foto: mag

255 Hektar sollen noch in diesem Jahr unter besonderen Schutz gestellt werden

Von Andreas Göhring.
Sie haben es geschafft! Und darauf sind sie sichtbar auch richtig stolz: Umweltsenator Jens Kers-tan, der Harburger Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin von den Grünen und Harald Köpke vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). In einem politischen Kampf, der sich nunmehr über mehr als ein Jahrzehnt hingezogen hat, haben sie dem Senat ein weiteres Naturschutzgebiet abgerungen. Noch in diesem Jahr sollen 255 Hektar der Neuländer Moorwiesen unter besonderen Schutz gestellt werden.
Das Areal östlich der Autobahn-Anschlussstelle Harburg war schon immer sehr begehrt – zum einen von den Naturschützern, die den ökologischen Wert der Feuchtwiesen und ihre besondere Eignung als Brutgebiet von Wiesenvögeln erkannt hatten. Zum anderen aber auch von Stadtplanern, die bei einer nahen Autobahn immer gleich an einen Logistikpark oder einen Möbelmarkt denken.

Sogar ein Kranichpaar
brütet in Neuland

„Wir haben uns schon sehr früh gegen jede Bebauung dieser Flächen eingesetzt“, sagt Manuel Sarrazin. In der früheren Koalition mit der CDU habe man dem Logistikpark westlich der A1 nur zugestimmt, wenn die Wiesen in Gut Moor dauerhaft als Flächen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen gesichert werden. Senator Jens Kerstan hat dann dafür gesorgt, dass mit dem Naturschutzgebiet in Neuland ein weiterer Schritt gemacht wird: „Insgesamt werden in Hamburg sogar drei neue Schutzgebiete ausgewiesen – unter anderem auch als Ausgleich dafür, dass für die Unterbringung von Flüchtlingen bisher rund 50 Hektar Landschaftsschutzgebiet genutzt wurden.“
Harald Köpke kennt in den Neuländer Moorwiesen jeden Quadratzentimeter. Er war Hamburger BUND-Landesvorsitzender, widmet sich jetzt aber nur noch der praktischen Arbeit in den geschützten Gebieten. Jetzt hat er gerade einen kleinen Trampelpfad unpassierbar gemacht, weil der direkt an einem Nest eines Kranichpaars vorbeiführt.
„Kraniche sind sehr scheu. Sie würden das Nest sofort verlassen, sobald sich jemand auch nur auf 100 Meter nähert“, sagt Köpke. Dass seit dem vergangenen Jahr ein Kranichpaar in Neuland brütet, sei eine Sensation. Dazu gebe es Störche, Kiebitze und unter anderem auch das größte Hamburger Brutgebiet von Feldlerchen.
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