Neuer Job schnell wieder weg

Bei Gabriele N. herrscht Ebbe in der Kasse, nachdem ihr neuer Arbeitgeber „vergessen“ hatte, ihr zu sagen, dass er pleite ist. Foto: sl

Harburgerin kündigt langjährige Beschäftigung - neuer Arbeitgeber nach drei Wochen insolvent

Gabriele N. (Name der Redaktion bekannt) steht vor einem beruflichen Trümmerhaufen. Elf Jahre lang arbeitete sie in einem Harburger Unternehmen. „Da hätte ich sicher auch die nächsten zehn Jahre arbeiten können“, sagt die 44-jährige Harburgerin. „Aber ich wollte gern mal mehr Geld verdienen und das war in der alten Firma nicht möglich.“

Also las sie jede Woche aufmerksam die Stellenanzeigen und fand schließlich auch eine Anzeige für eine Bürokraft in einem alt eingesessenen Harburger Unternehmen. „Ich sollte zwar ein paar Stunden mehr in der Woche arbeiten, aber dafür hätte ich auch 1.000 Euro mehr verdient und dazu noch Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommen“, sagt die gelernte Bürokauffrau. Gabriele N. überlegte nicht lange. Sie kündigte bei ihrem alten Arbeitgeber Hals über Kopf und startete am 26. September in dem neuen Job. „Das Klima war prima, jeden Tag hat der Chef ein Frühstück ausgegeben“, berichtet die Harburgerin. Gewundert hat sie sich allerdings, als sie zum ersten Mal die Konten sah und mit Kollegen ins Gespräch kam, die schon seit zwei Monaten kein Gehalt mehr bekommen hatten. „Fragen beim Chef hat er dann aber immer abgewimmelt“, erzählt Gabriele N..

„Am 23. Oktober stand dann jedoch morgens ein Insolvenzverwalter in unserem Büro und hat gesagt, dass gegen die Firma jetzt ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Ich bin stinksauer. Dass die Firma pleite ist, wusste der Firmenchef doch sicher auch schon drei Wochen vorher. Ich hätte doch nie meinen alten Job aufgegeben, wenn ich das gewusst hätte. Das ist eine solche Schweinerei und in meinem Alter finde ich auch nicht mehr so einfach einen Job.“

Gabriele N. hat ihren alten Arbeitgeber jetzt bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wegen so genannten Eingehungsbetrug. „Er hätte mich doch gar nicht mehr einstellen dürfen“, klagt die geneppte Harburgerin. Ändern wird diese Anzeige an ihrer Situation nichts. Sie bezieht jetzt Arbeitslosengeld und hofft auf eine neue viel versprechende Stellenanzeige.
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