Neue Unterkunft im ehemaligen Fegro-Großmarkt

Am Sonnabendabend holten das Technische Hilfswerk und die Deichwacht 600 Betten aus dem Bunker unter dem S-Bahnhof Harburg-Rathaus und transportierten diese in die neu geschaffene Flüchtlingsunterkunft Großmarkt (Fegro) in der Schlachthofstraße. Foto: andré lenthe

Schon 300 Schlafplätze eingerichtet - weiterer Ausbau
geplant - Für die Betreuung sucht das DRK Mitarbeiter

In den letzten sechs Wochen sind mehr Flüchtlinge nach Deutschland gekommen als im gesamten Jahr 2014. Längst reichen die Kapazitäten der Zentrale Erstaufnahme am Neuländer Platz in Harburg nicht mehr aus. Händeringend werden neue Unterkünfte gesucht - egal wo. In dieser Notlage bleibt wenig Zeit für Bedenken. Am Wochenende wurde im früheren Fegro-Groß -markt an der Schlachthofstraße eine Notaufnahme eingerichtet. In unmittelbarer Nähe befinden sich die ZEA Schlachthofstraße sowie die ZEA am Neuländer Platz.
Auf dem Großmarktgelände werden „zunächst rund 300 Schlafplätze in der Halle eingerichtet, eine Ausweitung der Kapazitäten durch Umbauarbeiten ist geplant“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. Das DRK Harburg wird die Unterkunft betreiben. Noch sucht das DRK geeignete Mitarbeiter. „Für die Betreuung der Flüchtlinge im ehemaligen Fegro-Markt werden insgesamt etwa 45 Mitarbeiter aus den Bereichen Sozialarbeit, Verwaltung und Hausmeisterei benötigt. Bewerber können sich per Mail an folgende Adresse wenden:
bewerbung@drk-harburg.
hamburg oder im Internet auf www.drk-harburg.hamburg nachlesen“, sagt Harburgs DRK-Sprecherin Astrid Heissen.
Was können Harburger tun, die helfen möchten? Astrid Heissen: „Wir freuen uns über Kleiderspenden, jedoch sind die Lagerkapazitäten momentan erschöpft. Prinzipiell können Kleiderspenden im Kleiderlager, Hohe Straße 4, abgegeben werden. Benötigt werden vor allem Kinderkleidung und kleine Herrengrößen. Bitte vorab an die DRK-Koordinatorin Susann Henkel unter Tel 0163/ 80 87 436 wenden.“
Außerdem werden Freiwillige gesucht, die sich als Zeitspender ehrenamtlich engagieren wollen, beispielsweise in der Kleiderkammer, bei Deutschkursen oder Freizeitangeboten. Nähere Informationen dazu gibt es von Anna-Katharina Friedrich,
die per E-Mail unter a.friedrich@drk-harburg.hamburg zu erreichen ist.

Hintergrund
Hamburg hat im September 10.100 Flüchtlinge aufgenommen. Davon verblieben 2.886 Schutzsuchende in der Hansestadt, die anderen wurden in andere Bundesländer gebracht. Die im September Hamburg zugewiesenen Flüchtlinge stammen überwiegend aus Syrien (1.242), Afghanistan (635), Irak (270), Eritrea (208) und Albanien (119).
Insgesamt sind in diesem Jahr bislang 35.021 Flüchtlinge nach Hamburg gekommen, von denen 13.179 auch hier bleiben.
Ende September gab es in Hamburg an 24 Standorten Zentrale Erstaufnahmen mit rund 16.200 Plätzen zur Unterbringung von Flüchtlingen, davon 4.200 in Zelten. Bis zum Jahresende sind, nach derzeitigen Plänen, weitere 10.750 Plätze vorgesehen.
Der Hamburger Senat hat jetzt Anselm Sprandel (56) zum Flüchtlingskoordinator ernannt. Er soll sich um die Schaffung von weiteren Unterbringungsplätzen kümmern.
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